Neues Hörsaalzentrum für die Uni Duisburg-Essen ist wuchtig geworden

Martin Spletter
Viel Beton an der Gladbecker Straße: Sicht aufs neue Hörsaalzentrum der Uni Duisburg-Essen, das noch verklinkert wird. Hinten: Gertrudiskirche und Rathaus.
Viel Beton an der Gladbecker Straße: Sicht aufs neue Hörsaalzentrum der Uni Duisburg-Essen, das noch verklinkert wird. Hinten: Gertrudiskirche und Rathaus.
Foto: WAZ FotoPool
Im November wird Richtfest gefeiert für den Rohbau der Uni Duisburg-Essen (UDE), der vom Frühjahr 2014 an Platz bieten soll für 1400 Studierende. Der Neubau kostet rund 12 Millionen Euro. Der Entwurf war mehrfach überarbeitet worden.

Essen. Das neue Hörsaalzentrum für die Universität Duisburg-Essen, das in der Nähe des Viehofer Platzes entsteht, hat mittlerweile deutliche Konturen angenommen. Der Rohbau ist über weite Teile fertiggestellt. „Im November soll das Richtfest stattfinden“, kündigt Lutz Grimsel an, der stellvertretende Niederlassungsleiter des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs BLB in Duisburg. Der BLB baut für die Uni das Hörsaalzentrum, das 1400 Studierenden Platz gewähren soll in zwei Hörsälen. Zwölf Millionen Euro sind für die Baukosten veranschlagt worden. Das Gebäude entsteht am östlichen Rand der neuen Siedlung „Universitätsviertel“ entlang der Friedrich-Ebert-Straße.

Am ursprünglichen Plan, das Hörsaalzentrum im Sommersemester 2014 für den Lehrbetrieb zu öffnen, wird festgehalten. „Wir sind im Zeitplan“, versichert Grimsel, „obwohl es ein langer, strenger Winter war.“

Auf den Betrachter wirkt der Rohbau durchaus gewöhnungsbedürftig in seiner wuchtigen Anmutung, die an einen Hochbunker erinnert, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt und von der Gladbecker Straße aus gesehen. Das könnte sich aber wieder ändern, wenn das Gebäude komplett fertig ist - und ein verglaster Eingangsbereich sowie eine Ziegelfassade für eine etwas freundlichere Optik sorgen.

Architekten sind zuversichtlich

„Das Gebäude orientiert sich sicherlich nicht an kleinteiliger Wohnbebauung“, erklärt Arndt Brüning, der Vorstandssprecher des Bundes deutscher Architekten (BDA) in Essen. „Doch das war auch nie beabsichtigt.“ Brüning ist zuversichtlich, dass sich das Gebäude gut in seine Umgebung einfügen wird. „Das Fassadenmaterial ist im Entwurf ja mehrfach verändert worden.“

Das Oberhausener Architekturbüro Funke + Opal, das den Zuschlag erhielt, hatte ursprünglich eine Fassade aus Zinkblech vorgesehen. Das konnte aber verhindert werden - man einigte sich auf eine Ziegelfassade. Auch der Plan, das Dach zu begrünen, wird realisiert, bestätigte erneut Lutz Grimsel vom BLB.

Aufwertung durch Abriss der Brücke

Ende November 2012 war der Spatenstich für das neue Hörsaalzentrum erfolgt. Es entsteht an der Stelle, die früher durch eine Güterbahnbrücke blockiert war. Der Fußgängerweg unter der Brücke zwischen U-Bahnhof „Rheinischer Platz“ und Eingang R12 war zur Straße hin durch Glas abgetrennt. Trotzdem war dieser Weg zur Uni hin unwirtlich und hat durch den Abriss der Brücke eine erhebliche Aufwertung erfahren - auch wenn der jetzt entstandene Neubau wieder Luft und Licht nimmt.