Neue Technik zeigt Ankunftszeit der Evag-Bahnen genau an

Jetzt fahren die ersten U-Bahnen mit der neuen Digital-Funktechnik. Damit können die Ankunftszeiten in den Stationen endlich exakt und zuverlässig angegeben werden. Das alte System war in diesem Punkt zu ungenau.
Jetzt fahren die ersten U-Bahnen mit der neuen Digital-Funktechnik. Damit können die Ankunftszeiten in den Stationen endlich exakt und zuverlässig angegeben werden. Das alte System war in diesem Punkt zu ungenau.
Foto: Essen
  • Die digitale Funktechnik für die Essener Verkehrsgesellschaft Evag kostet 14 Millionen Euro
  • Bis zum Jahresende sind auch alle Straßenbahnen und Busse umgerüstet
  • Die Evag-App für Smartphones wird auf den neuesten Stand gebracht

Essen. Fast 15 Kilometer ist das Essener unterirdische Netz für U-Bahnen und Straßenbahnen lang. Es ist sicher, dafür sorgt der Zuglenkrechner, der eine Fahrstraße nur für je einen Zug freigibt. Er erkennt, in welchem Abschnitt sich eine U-Bahn befindet. Eine exakte Navigation in der Röhre gab es bisher aber nicht. Pech für den Fahrgast, der sich auf Anzeigetafeln verlässt.

Denn die Prognosen für die Ankunftszeiten an den Stationen sind nicht immer genau, mitunter unzuverlässig. Das Jahrzehnte alte System tickt dafür nicht präzise genug.

Genau das ändert sich jetzt grundlegend. Die Essener Verkehrsgesellschaft Evag stellt für 14 Millionen Euro auf die Digitaltechnik ITCS (Intermodal Transport Control Systems) um. Der analoge Funk wird nach und nach abgeschaltet. In kürzester Zeit sammelt und analysiert die Evag bald deutlich mehr Informationen. Dafür wurden 13 neue Funkmasten in Betrieb genommen und die Leitstelle Schweriner Straße modernisiert, dafür werden die Bordcomputer in allen Evag-Fahrzeugen nachgerüstet.

Schon Verspätungen von zehn Sekunden werden aufgezeichnet. Der Zentralrechner verarbeitet jede Abweichung im Fahrplan sofort. Die 33 neu geschulten Disponenten können besser gegensteuern, indem dem sie beispielsweise einen Linienweg verkürzen, einen Bahn-Fahrer an einer Endhaltestelle eher wieder losfahren lassen oder einen Busfahrer anweisen, an der Haltestelle etwas zu warten, um den Anschluss zu gewährleisten.

Vor allem aber: Der Fahrgast kann sich endlich auf die Abfahrtszeiten verlassen, die auf den Anzeigetafeln, im Internet oder auf seiner App angeben werden. Zwar wird die Evag viele Verzögerungen im Alltagsverkehr auch in Zukunft nicht ausgleichen können, aber der Kunde erfährt wenigstens die Verspätung auf die Minute genau. Bei längeren Verkehrsbehinderungen ist eine Prognose weiterhin schwierig:. „Hellsehen können wir nicht“, sagt Wilfried Kühn, Via-Bereichsleiter für die Infrastruktur.

Er verfolgt mit IT-Techniker Joachim Geis und Stellwerkausbilder Detlef Heider in der Leitstelle die aktuelle Entwicklung. Neun der 52 Stadtbahnen fahren bereits mit digitaler Funktechnik. Die Farbe der Zug-Symbole auf dem Monitor wechselt: Grün fährt nach Plan, Gelb hat mehr als drei und Rot mehr als fünf Minuten Verspätung. In vier Wochen sind alle Stadtbahnen umgerüstet. Im Juni beginnen die Tests mit den ersten Fahrzeugen von 89 Straßenbahnen und 237 Bussen. Kühn: „Zum Jahresende, so hoffe ich, werden wir fertig sein.“ Bis dann soll auch die Evag-App auf die Minute genau ticken.

 
 

EURE FAVORITEN