Neue Studenten der Uni Duisburg-Essen müssen wohl auf ihr Bafög warten

Tobias Appelt
Durchblick im Paragrafen-Dschungel: Nadine Ewerling, die neue Leiterin des Bafög-Amtes des Studentenwerks Essen-Duisburg.
Durchblick im Paragrafen-Dschungel: Nadine Ewerling, die neue Leiterin des Bafög-Amtes des Studentenwerks Essen-Duisburg.
Foto: WAZ FotoPool
An der Uni Duisburg-Essen gibt es in diesem Jahr einen Anmelderekord. Grund ist der doppelte Abitur-Jahrgang: 38.000 junge Leute haben sich für 7300 offene Studienplätze beworben. Das Bafög-Amt hat sich darauf vorbereitet. Trotzdem werden Studenten auf ihr Geld warten müssen.

Essen/Duisburg. Erstsemester-Studenten an der Uni Duisburg-Essen (UDE) müssen damit rechnen, dass sie ihr Bafög-Geld erst einige Zeit nach dem Beginn des Studiums erhalten. Als ein Grund gilt der doppelte Abiturjahrgang, der in diesem Jahr an die Hochschulen strömt. An der UDE gibt es einen Anmelde-Rekord: 38.000 junge Leute haben sich für 7300 offene Studienplätze beworben. In dieser Woche erhalten die Bewerber Briefe, in denen steht, ob und wo sie einen Platz bekommen.

Bis zu drei Monate Wartezeit

„Wir wissen überhaupt nicht, was jetzt auf uns zukommt“, sagt Nadine Ewerling, Leiterin des Bafög-Amts. „Das ist ganz schwer einzuschätzen.“ Studenten sollten sich darauf einstellen, dass die Bearbeitung ihres Bafög-Antrags bis zu drei Monate dauern kann. Das neue Semester beginnt im Oktober. Manche Studenten, die noch Ende August Bafög beantragen, werden ihr Geld wohl erst im November erhalten.

An der Uni Duisburg-Essen kümmern sich insgesamt 20 Personen um die Belange der mehr als 8000 Bafög-Empfänger. Im Hinblick auf die Mehrbelastung des Personals durch den doppelten Abi-Jahrgang sind beim Studentenwerk zwei neue Stellen im Bafög-Amt geschaffen worden. Die Uni hat 2500 neue Studienplätze eingerichtet.

Die Studentenwerke hatten bereits im vergangenen Jahr mehr Personal gefordert: „Wenn das nicht geschieht, wäre das eine Katastrophe“, warnte der Chef des Studentenwerks Essen-Duisburg, Jörg Lüken. Er beschrieb die Situation damals so: „Wir kommen nicht gut hin. Wir kommen hin“. Das Land stellte den Studentenwerken später 19 Millionen Euro bereit. Noch wird die genaue Verteilung diskutiert.

Über soziale Netzwerke gestreut

Die Mitarbeiter des Bafög-Amts sind derzeit damit beschäftigt, zügig die Fälle der aktuellen Leistungsbezieher zu bearbeiten, um freie Kapazitäten zu haben, wenn die Erstsemester kommen. Um die Situation zusätzlich zu entspannen, hat das Studentenwerk schon im April 7000 Briefe verschickt, um die bestehenden Bafög-Empfänger daran zu erinnern, früh ihre Folgeanträge einzureichen. Außerdem hat das Studentenwerk die Erinnerung wiederholt über soziale Netzwerke wie Facebook gestreut. „Das hat sehr gut funktioniert“, sagt Ewerling. „Dadurch konnten wir die Situation deutlich entzerren.“

Dass Studienanfänger trotzdem auf ihr Geld werden warten müssen, sei zum Teil selbst von ihnen verschuldet. Bafög-Sachbearbeiter des hiesigen Studentenwerks berichten, dass erfahrungsgemäß sechs von zehn Anträgen unvollständig oder fehlerhaft seien. Zudem kämen viele Studenten erst auf den letzten Drücker mit ihren Anträgen ins Amt. Ewerling rät daher zu frühem Handeln, damit es auch früh Geld gibt: „Ab September wird es voll“, sagt sie. „Wir rechnen damit, dass es doppelt so voll wird wie sonst.“