Neubau am „Stern“ macht Investoren Freude

Frank Stenglein
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Foto: WAZ
Edeka, Deichmann und „dm“ stehen als Mieter im neuen Gebäudekomplex am Rüttenscheider Stern bereits fest. Der Abriss des alten Hertie-Baus beginnt bald. Gesamtbauvolumen: 40 Millionen Euro.

Essen-Rüttenscheid. Noch eine Etage mehr darf gebaut werden, und 80 Prozent der Gesamtfläche sind vermietet: Der Neubau am Rüttenscheider Stern, der das alte Hertie-Gebäude und ein marodes Mehrfamilieneckhaus ersetzen wird, entwickelt sich für die Investoren offenbar zu dem erwarteten Renner. Seit gestern ist auch klar, dass im Untergeschoss als zugkräftiger Ankermieter Edeka einzieht, und zwar mit einem 2100 Quadratmeter großen Frischemarkt. Zum Vergleich: Die frühere Karstadt-Lebensmittelabteilung, die an gleicher Stelle auch schon großzügig dimensioniert war, brachte es nur auf rund die Hälfte dieser Geschäftsfläche. Neben dem Basisangebot wird es nach Auskunft von Edeka-Geschäftsführer Günter Hundrieser auch Lebensmittel für den gehobenen Bedarf geben.

Immobilienmakler Eckhard Brockhoff, der gemeinsam mit dem Projektentwicklern Kölbl-Kruse Grundstückseigentümer ist und das Investment stemmt, nannte gestern auch weitere, bereits fest verpflichtete Mieter: „Wir konnten die Firma Deichmann und den Drogeriemarkt „dm“ gewinnen.“ Die Schuh-Filiale wird 800 Quadratmeter in Anspruch nehmen und „dm“ 700. Mit einem vierten Interessenten werde noch verhandelt. Auch die Büro- und Praxisflächen in den oberen Etagen und in den geplanten Neubauten im jetzigen Hinterhof zur Alfredstraße hin seien gut nachgefragt. Brockhoff zufolge zeige sich hier die weiterhin erfreulich hohe Anziehungskraft Rüttenscheids.

Der sich abzeichnende Geschäftemix ist ganz nach dem Geschmack der Stadtteil-Politiker. „Wir freuen uns auf das Gebäude“, zeigte sich Bezirksbürgermeister Michael Th. Roy (SPD) von der wirtschaftsfreundlichen Seite. Roy zufolge orientieren sich die Rüttenscheider Kaufleute recht stark an den Pendlern, wohingegen die neue Edeka-Filiale gerade auch für die im Quartier lebenden Bürger eine Bereicherung sei.

Fertigstellung ist für Mitte 2012 prognostiziert

Die Vorbereitungen für den Abriss des alten Hertie-Hauses sind unterdessen fast beendet, sagt Eckhard Brockhoff. Zurzeit werde der zahlreich vorhandene Müll aus dem Gebäude geschafft. Freigezogen sei auch das Eckhaus Rüttenscheider Straße/Zweigertstraße, das gemeinsam mit dem Hertie-Haus fallen wird. „Mit den 14 Mietern, die hier wohnten, haben wir uns gütlich geeinigt.“ Man habe keinen Ärger gewollt und lieber etwas tiefer in die Tasche gegriffen. Sobald neben der Abriss- auch die Baugenehmigung vorliege, sollen die eigentlichen Arbeiten beginnen, die an dieser sensiblen und stark frequentierten Stelle Rüttenscheids sicher nicht einfach über die Bühne zu bringen sind.

Dies dürfte mit ein Grund sein, weshalb die Fertigstellung des Neubaus erst für Mitte 2012 prognostiziert ist. Die Bauherren versprechen zudem eine besonders hochwertige Bauweise. „Ursprünglich wollte ich weiterverkaufen, jetzt behalte ich das Objekt privat gemeinsam mit Kölbl und Kruse“, erzählte Brockhoff. Mit zum Projekt gehört auch der Neubau des Parkhauses an der Bertholdstraße. Das Gesamtvolumen der Investition beträgt über 40 Millionen Euro.