Nazi-Demo abgebrochen - Bürger blockieren Marsch der Rechten

"Kein Bock auf Nazis" hatten zahlreiche Gegendemonstranten in Essen und Gelsenkirchen.
"Kein Bock auf Nazis" hatten zahlreiche Gegendemonstranten in Essen und Gelsenkirchen.
Foto: Sebastian Konopka
Die Demo der Rechten in Essen ist frühzeitig zurückgeleitet worden. Die Rechten setzten keinen Fuß auf Gelsenkirchener Stadtgebiet. Linke warfen Steine auf Polizisten, S-Bahn-Strecke war gesperrt.

Essen/Gelsenkirchen/Dortmund.. Die Demonstration des Landesverbandes der Partei "Die Rechte" konnte am Freitagabend nicht wie von den Veranstaltern geplant durchgeführt werden: Statt vom Krayer Markt in Essen bis nach Gelsenkirchen zu Fuß zu marschieren, mussten die schätzungsweise 200 Teilnehmer frühzeitig umkehren. Die Rechten setzten keinen Fuß auf Gelsenkirchener Stadtgebiet: Gegen 21.30 Uhr mussten sie im Bereich der Bushaltestelle Imhoffweg in Richtung Bahnhof Kray-Nord umkehren. Viele Gegendemonstranten in Gelsenkirchen bekamen das jedoch nicht mit und standen noch um 22 Uhr auf der Straße.

Der Marsch der Rechten hatte sich zuvor immer wieder verzögert, auch weil Gegendemonstranten aus dem linken und dem bürgerlichen Spektrum die Strecke wiederholt blockierten. Die Polizei wollte nach eigenen Angaben nicht gewaltsam gegen die Gegendemonstranten vorgehen, auch wenn deren Verhalten rechtswidrig war. Nach Gesprächen zwischen der Polizei und den Veranstaltern der rechten Demo wurde diese schließlich zurückgeleitet.

Die Einsatzkräfte wurden mit Steinen beworfen

Ärger machten der Polizei linke Demonstranten. Diese kletterten am Abend auf die Gleise im Bereich Kray-Nord und warfen laut Polizei Schottersteine aus dem Gleisbett von einer Brücke auf Kräfte der Einsatzhundertschaft. Die Folge: Die Polizei musste die S-Bahnstrecke (dort fährt die S2) für circa eine Stunde sperren. Die Täter flüchteten.

Brenzlige Situationen gab es bereits im Vorfeld der Demo: Laut Polizei drohten Rechte und Gegendemonstranten im Essener Hauptbahnhof aufeinanderzutreffen. Die Polizei stellte sich dazwischen und konnte nach eigenen Angaben die Situation nur mit dem Einsatz von Schlagstöcken bewältigen.

Bereits am Nachmittag lieferten sich Rechte und Linke eine Auseinandersetzung im Dortmunder Hauptbahnhof. Dort wollten gegen 16.30 Uhr circa 120 Rechte mit dem Zug nach Essen fahren, als sie auf eine Gruppe Linker trafen. Es kam zur gewaltsamen Auseinandersetzung. Die Bundespolizei nahm einen Rechten vorläufig fest, weil er mit der Faust auf einen Gegendemonstranten eingeschlagen hatte.

Eine Reisende, die sich in der Nähe dieser Auseinandersetzung im Dortmunder Hauptbahnhof befand, wurde von einer PET-Flasche, die ein Unbekannter warf, getroffen. Die Frau erlitt leichte Verletzungen am Rücken. (sat/pg)

 
 

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