„Nachtleben in Rüttenscheid braucht frischen Wind“

Sind gern rund um die Rü „Auf Achse“: Sebastian Campos (l.) und Bastian Herzogenrath.
Sind gern rund um die Rü „Auf Achse“: Sebastian Campos (l.) und Bastian Herzogenrath.
Foto: Essen
Mit „Auf Achse“ startet am Freitag ein neues Format, das die Rü als Clubbing-Ziel wieder stärken soll. Ein neues Livemusik-Konzept startet im Oktober.

Essen-Rüttenscheid. Bastian Herzogenrath, Betreiber des Clubs 19Down, ist der Kopf hinter der neuen Reihe „Auf Achse“, die heute in acht verschiedenen Clubs und Bars rund um die Rüttenscheider Brücke Premiere feiert. Das Nachtleben im Stadtteil kennt der 29-Jährige dabei bestens, kellnerte bereits zu Abi-Zeiten im „Schmitz, wohin sonst?!“ und feierte an der Rü, als es die Capri-Bar noch gab. Wir sprachen mit ihm und Sebastian Campos – Musiker der Banda Senderos und verantwortlich für das Programm der im Oktober startenden Live-Musik-Reihe – über die Veränderungen auf den Tanzflächen an der Rü.

Warum braucht es ein neues Format wie „Auf Achse“?

Bastian Herzogenrath: Wir haben so viele schöne Läden an der Rü. Nur hatten wir zuletzt den Eindruck, dass das Nachtleben etwas eingeschlafen ist und viele Leute aus den Nachbarstädten zum Feiern eher nach Bochum fahren. Wir wollen den Standort wieder stärken und dafür ist es wichtig, zusammenzuarbeiten. Mit der Idee haben wir bei allen Beteiligten sofort offene Türen eingerannt.

Die Anzahl der Clubs hat etwas abgenommen. Zuletzt schloss das Solid, vor allem das Aus der Ego-Bar bedauern viele.

Herzogenrath: Tatsächlich war die Ego-Bar eine Institution und hat jede Altersgruppe angezogen, von 20 bis 60. Wie einige andere Interessenten hätte auch ich die ehemaligen Läden von Hannes Schmitz gern übernommen: Die Miete und zusätzlich noch die Sanierungskosten hätte ich aber als Jungunternehmer niemals allein stemmen können.

Nun übernimmt mit Sausalitos ein Systemgastronom. Wird die Rü austauschbar?

Herzogenrath: Ich sehe das gar nicht so dramatisch und glaube vielmehr, dass gerade das Sausalitos viele neue junge Leute nach Rüttenscheid lockt. Und davon profitieren dann ja auch inhabergeführte Läden.

Hat sich grundsätzlich am Ausgeh-Verhalten der Menschen etwas geändert?

Herzogenrath: Für das 19Down kann ich sagen, dass die Zeiten immer später werden, zu denen die Leute ausgehen. Wir standen mal um 2 Uhr nur zu dritt im Club und wollten schon schließen. Eine halbe Stunde später war die Tanzfläche so voll, dass wir einen Einlass-Stop veranlasst haben.

Neben der Clubbing-Reihe plant ihr auch ein neues Live-Musikkonzept?

Sebastian Campos: Richtig, wir starten am 22. Oktober mit „Auf Achse Live“ und haben dafür schon Zusagen von 15 Bands und Musikern, die in sieben Kneipen und Clubs rund um die Rüttenscheider Brücke spielen.

Klingt nach Rüttenscheider Musiknacht.

Campos: Nein, das soll keine Kopie der Musiknacht werden, vielmehr wollen wir mit einer neuen Reihe und anderen Bands etwas frischen Wind in die Sache bringen und auch einen breiteren Mix anbieten. Außerdem war es mir bei der Auswahl wichtig, auch jüngeren Bands und Musikern aus Essen und der Region eine Chance zu geben. Wir wollen zunächst die Premiere abwarten. Läuft alles glatt, können wir uns vorstellen, die Reihe noch auszuweiten.

 
 

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