Essen

Nach Tagesbruch in Essen-Heisingen: Nachbarn der Betroffenen sind geschockt - Familien dürfen wochenlang nicht in ihre Häuser

Das Auto war mit den Vorderreifen in ein Loch gesackt.
Das Auto war mit den Vorderreifen in ein Loch gesackt.
  • Fünf Familien sind von der Evakuierung betroffen
  • Immer wieder kommt es in Heisingen zu Tagesbrüchen
  • Grund dafür sind ehemalige Bergbauarbeiten unterhalb des Ortsteils

Essen. Nach dem Tagesbruch in Essen-Heisingen am 29. November sind Nachbarn und Betroffene immer noch geschockt. Ein Auto sackte damals mitsamt Garagenzufahrt in das Loch.

Mittlerweile ist klar: Die Evakuierten dürfen über Weihnachten nicht zurück in ihre Häuser.

Gisela (63) und Klaus (67) leben seit Jahrzehnten in Heisingen. Ihre vollen Namen wollen sie nicht nennen, zu groß sei die Sorge vor Einbrechern, die sich nachts in die leerstehenden Häuser und dann auch in die der Nachbarn schleichen könnten.

Das Ehepaar wohnt nur eine Straße entfernt von dem aktuellen Tagesbruch

„Wir hatten vor ein paar Jahren auch schon ein riesiges Loch direkt vor der Tür“, erzählt Heinz. Er und seine Frau wohnen nur eine Straße vom aktuellen Tagesbruch im Koldenbuschweg entfernt.

Damals sei die Lage aber nicht so dramatisch gewesen. Die beiden hätten schon nach einigen Tagen wieder in ihr Zuhause zurück gekonnt. Anders als die fünf Familien, die nun Wochen, wenn nicht sogar Monate auf ihre Häuser verzichten müssen.

Akute Einsturzgefahr der Häuser

Denn: Die Bezirksregierung Arnsberg sieht akute Einsturzgefahr der Häuser wegen des Tagesbruchs. Bis zu 35 Meter tief sind die Löcher, heißt es von einem Sprecher der Bezirksregierung gegenüber DER WESTEN. Außerdem befinden sich einige der Löcher direkt unter den Häusern.

Das habe man bei Probebohrungen herausgefunden.

„Das ist doch einfach nur furchtbar für die Familien. Die haben Kinder, wir kennen die ja. Und dann Weihnachten woanders unterkommen? Grauenvoll.“ Die 63-jährige Gisela schüttelt traurig den Kopf.

Man kennt sich in Heisingen

In Heisingen kennt man sich unter Nachbarn. Man grüßt sich und trinkt auch schon mal den ein oder anderen Kaffee zusammen. „Das macht es ja noch viel schlimmer als bei unbekannten Leuten. Wir fühlen wirklich mit den Familien mit“, sagt Heinz.

Als damals bei ihnen die Erde nachgab, bekamen sie auch Hilfe der Nachbarn, konnten einige Tage bei einem befreundeten Paar einige Häuser weiter unterkommen.

Nach wenigen Tagen durften sie wieder in ihr Haus, die Gefahr war nicht so akut wie jetzt.

„Ich hoffe, die Familien schaffen das. Und dass sie bald wieder nach Hause dürfen. Und ich hoffe, dass nicht wieder ein Tagesbruch hier passiert“, sagt Gisela.

Siedlungen auf ehemaligen Stollen errichtet

Warum es so viele Tagesbrüche in den kleinen Straßen in Heisingen gibt, ist klar. Der Landesverband Bergbaubetroffener NRW sagt dazu: „Bis 1876 wurde unter den Häusern am Koldenbuschweg abgebaut - und dann der Abbau vergessen.“

Anschließend wurden Siedlungen auf den ehemaligen Stollen errichtet. So kann es immer wieder zu Löchern in der Erde kommen.

Die Bezirksregierung hat den Tagesbruch bereits mit Beton verfüllen lassen. Die Probebohrungen werden noch wochenlang fortgesetzt, heißt es aus Arnsberg.

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