Essen

Nach Tafel-Verbot für Ausländer in Essen: Berliner Tafel-Vorsitzende übel attackiert

Demonstration gegen Rassismus bei Essener Tafel

Vor der Essener Tafel wurde am 3. März gegen Rassismus demonstriert. NRW-Integrationsminister Joachim Stamp hat sich die Essensausgabe angeschaut.

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Essen. Der Aufnahme-Stopp für Ausländer bei der Essener Tafel hat auch Auswirkungen auf andere Tafeln des Landes. Das bestätigte jetzt die Vorsitzende der Berliner Tafel Sabine Werth.

„Ich werde beschimpft ohne Ende. Ich bekomme E-Mails und Anrufe, in denen ich und meine ganze Familie verdammt werden“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung.

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Gleichzeitig kritisiert sie die Haltung des Essener Tafelchefs Jörg Sator. Sie sei „unterirdisch“, so Werth wörtlich. „Die dortige Tafel ist überfordert und hat die Notbremse gezogen, aber das richtet unglaublich viel Schaden an.“

Dabei habe ihre eigene Tafel dasselbe Problem. Seit Beginn der Fluchtbewegung im Jahr 2015 sei die Anzahl der Kunden um rund 4000 gestiegen - im Monat.

Losverfahren und Zeitfenster als Lösung

Anders als die Essener Kollegen grenze man in Berlin Ausländer jedoch nicht aus, sondern setze auf andere Verfahren. Unter anderem gibt es feste Zeitfenster und Losverfahren für die Abholung der Lebensmittel.

Im absoluten Notfall gäbe es auch Aufnahmestopps. Jedoch unabhängig von der Nationalität.

Kritik von der ADD

Die Kritik ist nicht die einzige der letzten Tage. Unter anderem hatte die Allianz Deutscher Demokraten (ADD) am Freitag Anzeige gegen die Essener Tafel gestellt.

In einem Post stellte die ADD auch klar: „Die Essener Tafel e.V. ist von den Finanzströmen her kein privates, sondern ein städtisches Unternehmen. Ohne Gelder von der Sparkasse, dem Allbau und den Essener Entsorgungsbetrieben könnte der Verein schliessen.“

Die Partei übt heftige Kritik an dem Beschluss, keine ausländischen Neukunden aufzunehmen. Die Strafanzeige wird damit begründet, dass die Tafel durch den gezielten Ausschluss von Ausländern nicht mehr der Allgemeinheit diene.

Außerdem hätten Menschen türkischer Staatsangehörigkeit wesentlich zum Reichtum Deutschland beigetragen. Die ADD kritisiert, dass sie nun allein wegen ihres türkischen Passes ausgeschlossen werden.

 
 

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