Nach Köln: Polizei rüstet für Karneval am Essener Hauptbahnhof auf

Nach den Übergriffen in Köln wird die Bundespolizei den Hauptbahnhof Essen Karneval besonders sichern.
Nach den Übergriffen in Köln wird die Bundespolizei den Hauptbahnhof Essen Karneval besonders sichern.
Foto: Funke Foto Services
Nach den zahlreichen Übergriffen in der Domstadt wird die Bundespolizei Altweiber und Rosenmontag ihre Präsenz am Essener Hauptbahnhof erhöhen.

Essen. Nach den zahlreichen sexuellen Übergriffen und Diebstählen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht hat hier die Bundespolizei Konsequenzen gezogen und wird Altweiber und Rosenmontag ihre Präsenz am Essener Hauptbahnhof deutlich erhöhen. „Nach Köln mussten wir die Lage aufs Neue beurteilen“, betont Volker Stall, Sprecher der zuständigen Bundespolizeiinspektion Dortmund. Deshalb werden für die beiden Karnevalstage sowohl an den Hauptbahnhöfen Essen als auch Dortmund Sondereinsätze vorbereitet.

Altweiber und Rosenmontag werden zusätzliche Beamte in Uniform als auch in Zivil eingesetzt. „Wir wollen den Leuten, die sich nicht benehmen können, zeigen, dass wir vor Ort sind und sofort einschreiten werden, wenn es zu Straftaten kommt“, kündigt der Bundespolizei-Sprecher an. „Und wir wollen den Fahrgästen vermitteln, dass wir für sie da sind und sie sich sicher fühlen können.“

Noch keine neuen Einsatzkonzepte

Die Situation hier sei mit denen in den Narren-Hochburgen zwar nicht vergleichbar. Aber auch von Essen fahren viele nach Düsseldorf und Köln, und es wird wieder volle Züge geben“, so Volker Stall.

Mit Blick auf Karneval beobachtet das Essener Polizeipräsidium die Entwicklung noch, derzeit gebe es aber keinen konkreten Grund für neue Einsatzkonzepte. In Essen sind die Antanztricks laut Polizei eine Betrugsmasche von vielen, aber kein Massenphänomen. Gruppen von drei bis zehn nordafrikanischen Tätern (Marokko, Algerien, Tunesien) gehen ihre Opfer gezielt am Hauptbahnhof oder auf belebten Einkaufsstraßen an. Beliebt sind an Wochenenden auch die Nachtexpress-Haltestellen. Besonders gern werden Betrunkene angetanzt. Kommen die Täter nicht gleich an die Geldbörsen oder Handys, werden sie gewalttätiger, schubsen und rempeln. Es gebe aber keine neue Dimension der Straftaten wie in anderen Städten, sagt Polizeisprecher Marco Ueberbach.

Sondereinsatz der Polizei

Konkrete Zahlen zum Antanztrick hat die Essener Polizei nicht, da diese Art von Betrug nicht gesondert erfasst wird.

Einen Sondereinsatz gegen Taschendiebe in den Zügen gab es jetzt in der Nacht zum Samstag und Sonntag . Die Bundespolizei hat mit 30 Beamten die Züge der S-Bahnlinie S 6 zwischenDüsseldorf und Essen überwacht. Ein Täter wurde dabei ertappt, wie er einem schlafenden Fahrgast die Geldbörse sowie das Handy wegnahm. Er wurde festgenommen. Insgesamt wurden über 20 Personen, die im S-Bahnhof Kettwig den Zug verlassen mussten, von Beamten der Bundespolizei durchsucht. Die kontrollierten Männer haben einen Migrationshintergrund und seien laut Polizei der Taschendieb-Szene zuzuordnen.

 
 

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