Essen

Nach Gruppenvergewaltigung im Ruhrgebiet: Verdächtiger (18) kommt in U-Haft - und schweigt

Dean Martin soll mit einer Gruppe junger Männer mehrere minderjährige Mädchen vergewaltigt haben - unter anderem auch in einem Waldstück.
Dean Martin soll mit einer Gruppe junger Männer mehrere minderjährige Mädchen vergewaltigt haben - unter anderem auch in einem Waldstück.
Foto: Imago/ Polizei/ Fotomontage: DER WESTEN

Essen. Der am Donnerstag festgenommene Dean Martin L. (18) aus Gelsenkirchen kommt in Untersuchungshaft. Das entschied ein Haftrichter am Freitag. L. habe sich aber entschieden, zu den Vorwürfen gegen ihn zu schweigen, so die Staatsanwaltschaft.

Auch die anderen Verdächtigen hatten zu den Vorwürfen von Polizei und Staatsanwaltschaft bisher geschwiegen.

Verdächtiger stellte sich der Polizei

Dem 18-Jährigen Dean Martin L. wird vorgeworfen, gemeinsam mit vier weiteren jungen Männern (16-23) im Dezember und Januar mindestens zwei Mädchen (16) brutal vergewaltigt zu haben. Bei einer weiteren Tat im Januar stehe noch nicht fest, ob sie wirklich vollzogen oder nur versucht war.

L. hatte sich am Donnerstag den Ermittlern gestellt. Zuvor war öffentlich nach dem 18-Jährigen gefahndet worden.

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Drei Männer der mutmaßlichen Vergewaltiger-Gruppe sitzen schon seit Tagen in U-Haft. Ein 16-Jähriger ist wegen seines jugendlichen Alters noch frei. Bei ihm besteht laut Staatsanwaltschaft keine Fluchtgefahr. Gegen ihn wird ebenfalls ermittelt.

Schülerinnen in den Wald gelockt und vergewaltigt

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei Essen am Mittwoch hatten die Ermittler Foto und vollen Namen des gesuchten Dean Martin L. herausgegeben. Und sie erklärten das Vorgehen der Männer-Bande: Sie sollen die ihnen lose bekannten Schülerinnen über soziale Medien kontaktiert und ihnen später vorgeschlagen haben, zu einer Shisha-Bar fahren oder einfach ein bisschen die Gegend zu herumzufahren.

Dann hätten sie die Mädchen mit dem Auto an abgelegene Stellen wie einem Waldstück im Essener Süden gebracht, ihnen dort das Handy abgenommen und gesagt, sie befänden sich nun in einer hilflosen Lage. Nur, wenn sie jetzt mit allen Männern Sex hätte, würden sie sie nach Hause bringen.

Mit Taten geprahlt und Opfer verhöhnt

Auf Snapchat prahlten die Vergewaltiger hinterher mit ihren Taten. Sie beschrieben ihr Vorgehen laut Polizei auf abscheuliche und niederträchtige Weise und verhöhnten ihre Opfer massiv.

Polizei bittet weitere Opfer, sich zu melden

Zwei Vergewaltigungen sind gesichert: Sie fanden am 29. Dezember 2017 und 16. Januar 2018 statt und wurden von den Opfern angezeigt. Bereits früher am 16. Januar gab es eine mindestens versuchte Vergewaltigung der Männer-Bande. Ob sie tatsächlich stattgefunden hat, ist noch unklar. Ein Opfer hat sich nicht gemeldet, die Chatverläufe der Männer deuten aber auf den Plan dazu hin.

Oberstaatsanwältin Anette Milk sagte nach der Pressekonferenz am Mittwoch außerdem, dass eben diese Chats Hinweise auf noch mehr mögliche Vergewaltigungen geben.

Die Polizei bittet mögliche weitere Opfer, sich vertrauensvoll an sie zu wenden: Unter der Nummer 0201/829 0 kannst du dich bei der Polizei melden. (fell/lin)

 
 

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