Essen

Nach Doppelmord in Gelsenkirchen: Das stand in den Briefen des mutmaßlichen Mörders Peng L. an Angela Merkel

Foto: Daniel Sobolewski / DER WESTEN
  • Peng L. wird vorgeworfen, zwei Frauen in einem Gelsenkirchener Massagesalon brutal erstochen zu haben
  • Bisher schweigt er, doch in zwei Briefen gestand er die Tat
  • Die Schreiben an seine Familie und die Bundesregierung sind sehr emotional

Essen. Am 29. Oktober 2017 wurden zwei Frauen (46, 52) in einem Gelsenkirchener Massagesalon brutal erstochen. Seit einer Woche muss Peng L. (40) sich vor dem Essener Landgericht für diesen Doppelmord verantworten.

Vor Gericht schweigt L. bislang. Gestanden hat er dennoch – in zwei Briefen, die er im Februar seiner Familie in China und der Bundesregierung schickte. Als der vorsitzende Richter Jörg Schmitt sie am zweiten Prozesstag verlas, war zu sehen, dass sie L. aufwühlen.

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„Mein Geständnis“, steht über dem Brief an Angela Merkel. Darin entschuldigt sich L. für die Tat. „Ich weiß wirklich nicht, warum ich diese Menschen getötet habe. Ich glaube, es war unter der Wirkung medizinischer Mittel“, heißt es in der Übersetzung des in chinesischer Sprache verfassten Briefes.

L. erklärt darin, dass er nach dem Besuch des Salons von der Masseurin geradezu gedrängt worden war, eine Nudelsuppe zu essen, obwohl er keinen Hunger hatte. Anschließend sei ihm schwindelig geworden. Nachdem er später eine Zigarette rauchte, die ihm die Masseurin gegeben hatte, habe er sich „nur noch leer im Kopf gefühlt“.

„Ich möchte nur noch sterben“

L. schreibt, dass die beiden Frauen schon tot waren, als er wieder zu sich kam. Als er Blut an seiner Kleidung entdeckte, sei ihm bewusst geworden, dass er die Masseurin und die Chefin des Salons getötet haben muss.

„Ich bin bereit, die Fehler wieder gut zu machen“, heißt es in dem Brief. Dann schreibt L.: „Ich habe jetzt nichts mehr, keine Freunde, keine Familie. Ich möchte nur noch sterben.“

So emotional wie diese letzten Worte im Schreiben an die deutsche Regierung war der Brief an seine Familie in China. „Das ist mein Abschiedsbrief“, stand darüber. Seine ersten Worte: „Lieber Papa, liebe Mama, wenn ihr diesen Brief bekommt, bin ich wahrscheinlich nicht mehr auf dieser Welt.“

Emotionale Entschuldigung von Peng L.

Vier Schreiben an sein Eltern, seine Frau, seine Schwester und seine Tochter, befanden sich in dem Brief. Bei allen entschuldigt er sich, sagt, dass ihm die Tat unendlich leid tut - ohne sie genauer zu nennen. Offenbar wussten die Angehörigen zu diesem Zeitpunkt bereits, um welche Tat es geht.

Seine Eltern und seine Schwester bittet Peng L., gut auf seine Tochter aufzupassen. Besonders emotional sind die Worte, die er an Frau und Tochter richtet. „Ich habe unsere glückliche Familie zerstört. Ich weiß, dass du mich jetzt hasst“, schreibt er seiner Frau. „Ich weiß nicht, warum es passiert ist. Doch es gibt jetzt kein Zurück mehr. Ich will euch nicht verlassen, aber ich habe keinen Mut mehr, weiterzuleben.“

„Das einzige, was ich dir gegeben habe, ist dich zu verletzen. Ich liebe dich wirklich“, schreibt er seiner Frau, mit der er seit 16 Jahren verheiratet ist. Besonders schwer schien es L. zu fallen, seinen Brief an seine Tochter vorgelesen zu bekommen. „Papa liebt dich. Ich habe einen Fehler gemacht, nun gibt es kein Zurück mehr. Papa verspricht dir, nie wieder Fehler zu machen.“

 
 

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