Nach Diebstahl-Serie: Günstigere Mülleimer in U-Bahnhöfen

Die neuen Abfallbehälter der EVAG – hier im U-Bahnhof Altenessen – kosten nur ein Fünftel  der bisher verwendeten Eimer aus Edelstahl.  Pulverisiertes Blech und  ein spezieller Deckel sorgen für den nötigen Brandschutz.
Die neuen Abfallbehälter der EVAG – hier im U-Bahnhof Altenessen – kosten nur ein Fünftel der bisher verwendeten Eimer aus Edelstahl. Pulverisiertes Blech und ein spezieller Deckel sorgen für den nötigen Brandschutz.
Foto: Essen
  • Unbekannte Metalldiebe schraubten 60 Edelstahlbehälter im Wert von 30 000 Euro in U-Bahnhöfen an
  • Evag-Mitarbeiter findet durch einfach Internetsuche günstigere Mülleimer
  • Stadt Essen spart jetzt mehrere 10 000 Euro

Essen. Weil ein Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Evag ein bisschen im Internet gesurft hatte, spart die Stadt jetzt mehrere 10.000 Euro. Der Mann vom Evag-Immobilienmanagement sah nicht ein, warum die Abfalleimer für die U-Bahnhöfen unbedingt aus teurem Edelstahl hergestellt werden müssen – und stieß unerwartet schnell auf eine Alternative: auf einen pulverbeschichteten Blecheimer, der ebenso die für unterirdische Stationen besonders strengen Brandschutzanforderungen erfüllt.

Bisher verwenden Verkehrsbetriebe in U-Bahnhöfen in der Regel Edelstahlbehälter, in denen beispielsweise durch eine Kippe entfachtes Feuer innerhalb kurzer Zeit von selbst erlischt. Das Problem ist nur: Im Essener U-Bahnnetz kostet nur ein einziger Eimer schon 500 Euro. Und da wittert so mancher Langfinger leichte Beute.

"Feuerhemmend" und "selbstlöschend"

Wie berichtet, schraubten vor wenigen Monaten unbekannte Metalldiebe in sieben Stationen der Linie U 11 zwischen Bamlerstraße und II. Schichtstraße insgesamt 60 Edelstahlbehälter im Wert von 30.000 Euro ab und verschwanden damit spurlos. Ärgerlich für die Kunden, die ihren Müll nicht los werden, ärgerlich für die Evag, die für Ersatz sorgen muss, ärgerlich vor allem für die Stadt Essen, die als Eigentümerin der U 11-Nordstrecke die Neubeschaffung bezahlen muss. Das Rathaus gab schließlich ihrer Stadttochter mit auf den Weg, nach einer preisgünstigeren Lösung zu suchen.

Uwe Butenberg, von Beruf Architekt und bei der Evag im Immobilienmanagement tätig, brauchte dafür nicht lange. Er machte sich im Internet auf die Suche. Plastikeimer kamen von vornherein wegen des Brandrisikos nicht in Frage. Aber dann stieß er in nur kurzer Zeit auf die Internetseite der Coesfelder Firma Resorti, die einen Abfallkorb aus pulverbeschichtetem Blech auf ihrer Angebotsliste hat, der schon für hundert Euro zu haben ist. Das 24-Liter-Modell gilt als „feuerhemmend“ und „selbstlöschend“ und darf somit in U-Bahnhöfen verwendet werden. Der Deckel ist so geformt, dass Rauch nach unten strömt und die Flamme erstickt.

Auch andere Verkehrsbetriebe könnten interessiert sein

Eine Ortsbesichtigung der Nordstrecke ergab außerdem, dass nur 41 statt 60 Behälter-Standorte nötig sind. Summa summarum muss die Stadt nur noch 4100 statt 30.000 Euro für den Ersatz berappen. „Und das, weil bei uns ein Mitarbeiter sich an den Computer gesetzt und gegoogelt hat“, freut sich EVAG-Sprecher Olaf Frei.

Natürlich war etwas Glück dabei. Denn zufällig passen die Blecheimer exakt an die Halterungen. Die müssen nur noch verschraubt werden. „Da sind wir gerade dabei“, so Frei. „Dann werden wir sehen, wie die sich bewähren.“ Wenn ja, werden sich auch andere Verkehrsbetriebe für Essens Billiglösung interessieren.

Vor allem: Den Metalldieben im U-Bahnhof wurde ein Schnippchen geschlagen. Mit so einem Blech ist kaum Geld zu machen.

 
 

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