Nach Blitzeinschlag in Kirchturm rückte Essener Gemeinde zusammen

Am Sonntag feierte die Katholischen Gemeinde St. Hubertus und Raphael in Essen ihr Sommerfest.
Am Sonntag feierte die Katholischen Gemeinde St. Hubertus und Raphael in Essen ihr Sommerfest.
Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Der Kirchturm von St. Hubertus und Raphael in Essen-Bergerhausen wurde Anfang Januar vom Blitz getroffen. Der Blitz hatte Essens höchsten Kirchturm in Brand gesetzt. Für die Gemeinde war das ein Schock, der aber auch einen positiven Effekt hatte. Ein Besuch beim Sommerfest der Gemeinde.

Essen.. Erst kam am Sonntagmittag der Regen. Und dann war plötzlich noch der Strom weg, mit dem im Getränkewagen eigentlich die Erfrischungen gekühlt werden sollten. Beim Sommerfest der Katholischen Gemeinde St. Hubertus und Raphael lief es, sagen wir mal, nicht ganz so rund. Aber, die umtriebigen Helfer reagierten.

Noch während das Festhochamt in der benachbarten Kirche lief, wurden Stühle und Tische von der Gemeindewiese ins Gemeindehaus getragen und das Fest in die sicheren vier Wände verlegt. „Nah“ und „wach“, Attribute aus dem Zukunftsbild des Bistums, werden bei der Katholischen Gemeinde St. Hubertus und Raphael vorgelebt. „Wir sind im letzten halben Jahr noch etwas mehr zusammengerückt“, erklärt der stellvertretende Gemeinderatsvorsitzende Maximilian Hüls.

Essens höchster Kirchturm wurde vom Blitz getroffen

Das Jahr hatte für die Gemeinde mit einem einschneidenden und prägenden Erlebnis begonnen. Anfang Januar war ein Blitz in Essens höchsten Kirchturm eingeschlagen und hatte diesen in Brand gesetzt. Seitdem fehlt der denkmalgeschützten St.-Hubertus-Kirche, die 2014 den 100. Geburtstag feiert, die Spitze.

Ein Schock, der aber auch einen positiven Effekt hatte: Die Gläubigen der vor wenigen Jahren aus zwei Einzelgemeinden gebildeten Gemeinde St. Hubertus und Raphael hatten plötzlich ihr gemeinsames Projekt. „Was damals im Januar hier los war, was wir an der Unterstützung erfahren haben, wer sich wie eingebracht hat, dieser gelebte Zusammenhalt, das war schon beeindruckend“, erinnert sich Maximilian Hüls.

Renovierung kostet 3,5 Millionen Euro

Der Turm war dabei, im sprichwörtlichen Sinne, nur die Spitze des Eisbergs. Denn eine Seite der St.-Hubertus-Kirche verliert schon länger Steine und wird mit einem Geländer gestärkt. Die Renovierung kostet geschätzte 3,5 Millionen Euro. Geld, das die 5000 Mitglieder starke Gemeinde nicht hat und auch mit ihrer Spendenaktion, bei der bislang 20.400 Euro zusammengekommen sind, nicht annähernd einnehmen wird. Deshalb werden Gespräche mit dem Bistum Essen geführt. „Es geht voran“, sagt Maximilian Hüls.

Sicher ist: Die Spitze wird nicht auf die Kirche kommen, bevor auch die marode Wand gestärkt wird. Sonst müssten zwei Mal Gerüste aufgestellt werden. „Wir haben keine Eile. Uns ist wichtig, dass es richtig gemacht wird. Es gibt in Deutschland höchstens zehn Experten, die sich bei dem Thema auskennen“, erklärt Maximilian Hüls. Und so ist mit dem Beginn der Bauarbeiten dann frühestens 2015 zu rechnen.

Das Fehlen der Turmspitze fällt allerdings manchmal gar nicht mehr auf. So wie am Sonntag, beim Gemeindefest. Der Strom kam irgendwann und die Kinder spielten in den Wasserpfützen. Gemeindemitglied Norbert Wittenbrink hatte auch im Regen durchgegrillt. Es ist eben manchmal einfach die Frage, was man aus einer schwierigen Situation Positives herausholt.

 
 

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