Essen

Awo-Gericht bestätigt Ausschluss von AfD-Mann Guido Reil - der antwortet mit einer üblen Beleidigung

Das Bundesschiedsgericht der Awo hat den Ausschluss von Guido Reil bestätigt.
Das Bundesschiedsgericht der Awo hat den Ausschluss von Guido Reil bestätigt.
Foto: dpa

Essen. AfD-Mann Guido Reil bleibt aus der Awo ausgeschlossen. Das Bundesschiedsgericht der Arbeiterwohlfahrt hat entschieden, dass die einjährige Aussetzung von Reils Mitgliedschaft in Kraft bleibt. Das berichtet die WAZ.

Das Schiedsgericht sah es als erwiesen an, dass Reil in Interviews und Reden die Integrationsfähigkeit von Menschen aus dem arabischen Raum grundlegend kritisch sah.

Guido Reil werden Sätze aus Interviews vorgehalten

Demnach wurde Reil vor allem ein Satz aus einer Fernsehsendung vorgehalten, in der er sagte: „In Gelsenkirchen sind ganze Stadtteilen gekippt, nur durch den Zuzug von Zigeunern.“

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Reil dürfe nun auch nicht mehr den Seniorenbus der Awo fahren, heißt von der Essener Awo. Das Projekt hatte Reil einst ins Leben gerufen, damit ältere Menschen bequem ihre Einkäufe erledigen können.

Reil sieht sich in der Tradition von Martin Luther

In einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite gab Reil sich jedoch uneinsichtig. Er beschimpfte das Awo-Schiedsgericht als „Volksgerichtshof“ und verglich sich mit Martin Luther: „Abgearbeitet haben die sich ausschließlich an meinen Zitaten aus Interviews und Reden. Es wurde festgehalten, das die Zitate eindeutig rassistisch sind! Danach wurde ich aufgefordert, zu widerrufen. Sowas hatten wir schon mal – bei Luther. Ich habe natürlich nicht widerrufen.“

Der Volksgerichtshof wurde 1934 während der NS-Diktatur eingerichtet und setzte den Justizterror der Hitler-Jahre durch. Hier wurden unter anderem die Widerstandskämpfer der „Weißen Rose“ zum Tode verurteilt.

Er sei mit der Awo „noch nicht fertig“, so Reil. Laut WAZ muss Reil aber binnen Jahresfrist seinen kritischen Äußerungen abschwören. Wenn das nicht passiert, drohe ihm der komplette Rauswurf.

Reil hatte die SPD 2016 verlassen und wechselte zur Alternative für Deutschland. Dort trat er dieses Jahr sowohl bei der Landtagswahl als auch bei der Bundestagswahl als Direktkandidat in Essen an. Der 47-Jährige erzielte zwar gute Ergebnisse, verpasste das Direktmandat aber deutlich. Einen aussichtsreichen Listenplatz räumte die AfD dem Karnaper nicht ein.

Den kompletten Text kannst du bei der WAZ lesen.

(fel)

 
 

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