Essen

Nach Awo-Rauswurf: Essener AfD-Politiker Guido Reil verhöhnt Flüchtlinge in einem Facebook-Post

Guido Reil verhöhnt auf Facebook Migranten. Und seine Fans feiern ihn dafür.
Guido Reil verhöhnt auf Facebook Migranten. Und seine Fans feiern ihn dafür.
Foto: Guido Reil
  • Guido Reil widerruft auf Facebook seine Aussagen zu Flüchtlingen und Migranten
  • Doch wenn man das ganze Posting liest wird klar: Er meint das nur ironisch

Essen. „Ich bin den rechten Hetzern auf den Leim gegangen“, sagt der AfD-Politiker Guido Reil in seinem neusten Facebook-Posting. Was auf den ersten Blick wie die Aussage eines geläuterten Rechtspopulisten wirkt, ist aber in Wahrheit nur der Beginn eines sarkastischen Postings, in dem der Essener sich über die Flüchtlingsprobleme der letzten Jahre lustig macht.

Der Streit zwischen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und dem AfD-Politiker Guido Reil fand in dieser Woche seinen Höhepunkt. Nachdem ein Awo-Schiedsgericht den Ausschluss des Esseners wegen seiner Aussagen über Flüchtlinge und Migranten bestätigte und von ihm eine Entschuldigung forderte, meldet sich Reil schon einmal bei Facebook zu Wort.

Da verglich sich Reil mit Martin Luther. Wie dieser nach seiner Kirchenkritik, fühlt sich Reil von der Awo gezwungen, ausgesprochene Wahrheiten zu widerrufen.

Das neue Posting von Guido Reil trieft vor Ironie: „Liebe Awo bitte, bitte lasst mich weiter ehrenamtlich für euch arbeiten", beginnt der AfD-Mann seinen Text.

In 17 Punkten bittet er um Entschuldigung und Vergebung:

1. Es kommen hier fast nur motivierte und gut ausgebildete Menschen (Facharbeiter, Ingenieure, Ärzte und Raketentechniker) an, die für ein neues Wirtschaftswunder sorgen werden.

3. Wir Deutschen sind statistisch genau so kriminell wie die Asylbewerber. Anderslautende Statistiken werden nur von Faschisten verbreitet.

4. Es kommen keine illegalen Migranten und junge Männer aller Nationen, sondern fast nur syrische Frauen und Kinder, die aus Homs und Aleppo geflüchtet sind.

6. Es ist eine faschistische Lüge, dass die illegalen Migranten ihre Papiere wegwerfen. Sie hatten in dem Hagel von Fassbomben in Eritrea, Pakistan, Nigeria etc. nur keine Zeit mehr ihre Papiere mitzunehmen.

Reil verhöhnt Flüchtlinge

Reil überspitzt Aussagen von Grünen und Koalitionspolitikern, zieht sie - wenn man den Kontext des Postings mit einbezieht - ins Lächerliche. Doch seine Ausführungen werden dann sogar schließlich so sarkastisch, dass er die Flüchtlinge fast schon verhöhnt.

9. Es ist unsere Aufgabe, den jährlichen Geburtenüberschuss von 30 Millionen Afrikanern in Deutschland zu integrieren.

11. Wir Deutschen haben Aids, Ebola und Malaria nach Afrika gebracht.

15. Daran, dass wir Weihnachtsmärkte, Karneval, Oktoberfest und Silvester nur noch im Schutz von Pollern und im Schutz von Polizeitausendschaften besuchen können, sind die Rechten schuld.

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17. Es gibt keine deutsche Kultur - jenseits der Sprache ist da nix erkennbar.

Reil beendet seinen Text mit den Worten: „Ich schäme mich abgrundtief, Deutscher zu sein. Ist das so o.k.?“

Auf Facebook findet das Posting unter den Reil-Fans großen Zuspruch. Über 2.500 Nutzer haben es gelikt, rund tausend geteilt. Nur wenige kritisieren Guido Reil für seine Aussagen: „Scheinbar ist die Entscheidung des Awo-Bundesschiedsgericht die richtige Entscheidung. Wer gegen die Grundwerte der Awo verstößt hat in der Awo nichts verloren und aus der Geschichte nichts gelernt“, schreibt ein Facebook-Nutzer.

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