Mysteriöse Anrufe reißen zahlreiche Essener aus dem Schlaf

  • Nach Angaben der Polizei Essen waren mehrere hundert Essener von den nächtlichen Anrufen betroffen
  • Teilweise sollen Festnetzanschlüsse wiederholt von der Nummer 0211/94258010 angerufen worden sein
  • Polizei rät, die Nummer nicht zurückzurufen. Kein Anhaltspunkt für Straftat. Offenbar niemand zu Schaden gekommen

Essen.. Zahlreiche Essener sind in der Nacht zu Donnerstag durch Telefonklingeln aus dem Schlaf gerissen worden. Doch es war niemand in der Leitung. Jetzt ermittelt die Essener Kriminalpolizei.

An einer unbekannten Zahl von Festnetzanschlüsse in Essen hatte das Telefon zu nachtschlafender Zeit geklingelt. Nach Angaben der Polizei waren mehrere hundert Essener betroffen. Der Anruf kam offenbar von einer Düsseldorfer Telefonnummer. Teilweise sollen die Festnetzanschlüsse wiederholt von der Rufnummer 0211/94258010 angerufen worden sein. Wer den Anruf annahm, hatte keinen Gesprächspartner in der Leitung, Rückrufe führten ins Leere oder zu einer Bandansage.

Polizei rät: Telefonnummer nicht zurückrufen

Über 150 Internet-User beschweren sich auf der Plattform "Wer hat angerufen" über den Anruf, bei Facebook und auch der Polizei wird deutlich, dass die Betroffenen größtenteils aus Essen stammen. Polizeisprecher Christoph Wickhorst bestätigte auf Nachfrage, dass viele Essener in der vergangenen Nacht den Notruf gewählt und von den mysteriösen Anrufen berichtet haben. Die Kriminalpolizei habe sich nun der Sache angenommen. "Aktuell konnten wir noch keine Straftat feststellen, denn es handelt sich nicht um Werbeanrufe", erklärte Wickhorst.

Es könnte aber sogenanntes "Spoofing" hinter den mysteriösen Anrufen aus der Landeshauptstadt stecken. Spoofing beschreibt das Verschleiern der eigenen Identität im Informationstechnikbereich. In der Annahme, eine seriöse Festnetznummer zurückzurufen, könnten Betroffene in eine Kostenfalle tappen.

Die Polizei Essen rät daher dazu, die Nummer nicht zurückzurufen. Die Anrufe bei der Polizei zu melden sei nicht notwendig, teilte Polizeisprecher Peter Elke am Donnerstagmittag mit. Seit dem Vormittag seien zahlreiche Anrufe auf den Wachen und unter dem Notruf eingegangen, da am Morgen kommuniziert worden war, dass die Anrufe gemeldet werden sollen. Inzwischen habe man sich ein umfassendes Bild über das Ausmaß verschafft: Es liege kein Anhaltspunkt für eine Straftat vor und es sei niemand zu Schaden gekommen.

Wer die unerwünschten Anrufe erhält, soll diese nach Möglichkeit einfach ignorieren. Wer über Nacht das Telefon nicht ausstellen will oder kann, hat bei den meisten Anbietern außerdem die Möglichkeit, Anrufe von unerwünschten Nummern zu blockieren. Bei der Bundesnetzagentur können unerwünschte Rufnummern zudem gemeldet werden. (halo)

 
 

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