Essen

Mutter rettet Tochter in Essen vor Lkw und stirbt dabei selbst – diese dringende Bitte hat die Polizei jetzt

Eine Mutter (31) ist am Mittwochmorgen in Essen von einem EBE-Laster (hinten rechts im Bild) überfahren worden und gestorben. Ihre Tochter (7) musste alles mitansehen.
Eine Mutter (31) ist am Mittwochmorgen in Essen von einem EBE-Laster (hinten rechts im Bild) überfahren worden und gestorben. Ihre Tochter (7) musste alles mitansehen.
Foto: ANC News

Essen. Dieser Unfall hat am Mittwoch nicht nur Essen erschüttert: Eine junge Mutter (31) ist in Essen-Katernberg beim Überqueren der Stauderstraße von einem Containerwagen der Entsorgungsbetriebe EBE überrollt worden und gestorben.

Ihre kleine Tochter (7) konnte sie noch so gerade wieder zurück auf den Gehweg schubsen. Damit rettete die Mutter dem Mädchen das Leben.

Nach tragischem Unfall in Essen: Tochter (7) schwer verletzt und unter Schock

Dennoch ist das Kind schwer verletzt, wenngleich auch nicht lebensgefährlich. Die Kleine liegt am Donnerstag weiter im Krankenhaus, sagt ein Polizeisprecher auf Nachfrage von DER WESTEN.

Sie steht nach dem furchtbaren Verlust ihrer Mutter, den sie mitansehen musste, unter einem „schlimmen Schock“. Ihre Familie kümmert sich um sie.

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Wie es zu dem tödlichen Unfall in Essen kommen konnte, ist weiter unklar

Wie genau der Unfall passieren konnte, ist weiter unklar. Gingen Mutter und Tochter bei „Rot“ oder „Grün“ über die Fußgängerampel? Warum hat der Lkw-Fahrer die beiden offenbar übersehen? Ein Gutachten soll das jetzt klären. Es kann aber Wochen dauern, bis es erstellt ist. Danach soll es mit den Zeugenaussagen abgeglichen werden.

Zeugenaussagen widersprechen sich

Jedoch: „Bisher haben nur eine Handvoll Zeugen nach eigenen Angaben genau sagen können, wie die Situation ablief“, sagt Polizeisprecher Lars Lindemann. Deren Aussagen würden sich aber teilweise widersprechen. Viele andere Zeugen hätten nur über die Situation nach dem Unfall berichten können.

Deshalb bittet die Polizei dringend darum, dass sich weitere Zeugen melden, die den Unfall selbst beobachtet haben.

Feuerwehr holte Mutter schwer verletzt unter Lkw hervor

Fest steht, dass die Mutter und das Kind am Mittwoch um 8.01 Uhr an der Kreuzung Stauderstraße / Josef-Hoeren-Straße von dem Lkw der EBE erfasst wurden. Die Mutter hat das Kind dabei von sich weg Richtung Bürgersteig gestoßen. Das rettete das Kind. Die Mutter geriet unter den Laster (>> Hier liest du mehr zu dem tragischen Unfall in Essen).

Zunächst lebte sie noch, Rettungskräfte der Feuerwehr holten sie mit schwerem Hydraulik-Gerät unter dem Wagen hervor. Kurz darauf starb die 31-Jährige aber an ihren schweren Verletzungen.

Auch der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock. Er konnte deshalb noch nicht vernommen werden.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen äußerte sich nach dem Unfall

„Der Unfall heute Morgen ist ein schreckliches Unglück. Die Familie und Betroffene werden zurzeit seelsorgerisch versorgt. Meine Anteilnahme gilt der Familie und den Angehörigen“, sagte Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen am Mittwoch.

In Nordrhein-Westfalen sind nach einer Auflistung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in diesem Jahr bereits mindestens sechs Radfahrer und mindestens zwei Fußgänger bei Unfällen mit abbiegenden Lastwagen ums Leben gekommen.

Immer wieder Unfälle mit Lastwägen

Immer wieder ereignen sich beim Rechtsabbiegen von Lastwagen schwere Unfälle, weil Radfahrer oder auch Fußgänger in den tückischen „toten Winkel“ geraten.

Ende Mai war ein siebenjähriger Junge in Köln bei einem Unfall ebenfalls von einem abbiegenden Müllwagen getötet worden.In der vergangenen Woche war im Bundestag eine Initiative der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen diskutiert worden, die "eine schnelle Lösung des Problems des toten Winkels bei Lkw" fordert. Geprüft werden soll unter anderem die zeitnahe Einführung von sogenannten Lkw-Abbiegeassistenzsystemen. (lin/mit dpa)

 
 

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