Museum Folkwang feiert Gerhard Richter mit großer Schau

Das Folkwang-Team (v. li.) Kustos Mario von Lüttichau, René Grohnert (Plakat Museum), Direktor Tobia Bezzola, die Kuratoren Peter Daners und Anna Fricke, Florian Ebner (Fotografische Sammlung), Kurator Tobias Burg und der stellv. Direktor, Hans-Jürgen Lechtreck.
Das Folkwang-Team (v. li.) Kustos Mario von Lüttichau, René Grohnert (Plakat Museum), Direktor Tobia Bezzola, die Kuratoren Peter Daners und Anna Fricke, Florian Ebner (Fotografische Sammlung), Kurator Tobias Burg und der stellv. Direktor, Hans-Jürgen Lechtreck.
Foto: Verena Camen
Das Museum Folkwang widmet das Ausstellungsjahr 2017 großen Jubilaren wie Gerhard Richter und Alexander Kluge. Das Plakat Museum erinnert an die Hippiebewegung.

Essen. Pünktlich zum 85. Geburtstag des Maler-Weltstars Gerhard Richter zeigt das Museum Folkwang im kommenden Jahr eine Ausstellung mit sämtlichen Editionen des Rheinländers, der auf dem Kunstmarkt derzeit als teuerster zeitgenössischer Künstler gilt. Die Schau, die in Kooperation mit dem Essener Sammler Thomas Olbricht möglich wird, gilt schon jetzt als ein Highlight des kommenden Ausstellungsjahres.

Für viel Zuspruch sorgt weiterhin die Möglichkeit des eintrittsfreien Besuchs der Ständigen Sammlung, den die Krupp-Stiftung seit Mitte 2015 durch großzügige Unterstützung ermöglicht. Hätten in den vergangenen Jahren nur rund 20 Prozent der Besucher die Ständige Sammlung besucht, habe sich die Zahl inzwischen mehr als verdreifacht, sagt Museums-Direktor Tobia Bezzola.

2017 wird im Museum Folkwang ein Jubiläumsjahr

Das Ausstellungsjahr 2017 wird im Museum Folkwang ein echtes Jubiläumsjahr. Mit Gerhard Richter, der im kommenden Februar 85 Jahre alt wird, feiert das Museum ab April 2017 das derzeit sicherlich berühmteste und hoch dotierteste Geburtstagskind der internationalen Kunstszene.

Mit dem Filmemacher, Querdenker und Universalgelehrten Alexander Kluge, der 2017 ebenfalls seinen 85. Geburtstag feiert, kommt dazu ein weiterer Jubilar in den edlen Chipperfield-Bau, wo ihm ab September die erste umfassende Museumsschau ausgerichtet wird.

Und schließlich gilt es noch, an 50 Jahre Flower-Power zu erinnern. Mit einer großen Plakat-Schau „San Francisco 1967“ führt das Deutsche Plakatmuseum im Folkwang zurück in den „Summer of Love“.

Maria Lassnig: Das weibliche Selbstbild

Eröffnet wird der Ausstellungs-Reigen im März mit der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig, die für ihre schonungslose künstlerische Selbstbefragung berühmt ist und inzwischen von vielen in einem Atemzug mit Künstlerinnen wie Frida Kahlo genannt wird.

45 Gemälde und Filme aus den 1940ern bis zu ihrem Todesjahr 2014 vermitteln einen Eindruck von einer Künstlerin, „die ihren Stil gewechselt hat, aber nie ihr Thema“, so Kuratorin Anna Fricke.

Paukenschlag mit Gerhard Richter

Als Paukenschlag des kommenden Ausstellungsjahres dürfte ab April die Schau mit sämtlichen Editionen von Gerhard Richter gelten. Schon 1970 war der heute weltberühmte Künstler im Museum Folkwang mit seinen Editionen erstmals vertreten. Damals, so Hans-Jürgen Lechtreck, waren 26 Auflagenwerke zu sehen.

Inzwischen ist die Zahl auf sagenhafte 165 Editionen angewachsen, die der Essener Sammler Thomas Olbricht mit Akribie und ungeheurer Energie zusammengetragen hat. Die Sammlung, die Richters RAF-Zyklus ebenso umfasst wie das berühmte Porträt von „Betty“, dürfte ab April 2017 für enormen Publikumszuspruch sorgen.

Alexander Kluges öffnet sein „Pluriversum“

Sperriger, aber nicht minder spannend: Alexander Kluge öffnet dem Publikum ab Mitte September sein „Pluriversum“. Seine Texte, Filme und Mehrfachprojektionen verdichten sich hier zu einer eigenen künstlerischen Welt, in der Biographisches und Universelles, ein sinnliches Befragen der Welt und die Einladung zum kritischen Denken aufeinandertreffen.

Plakatkunst mit ganz viel Musik

In den Ausstellungen des Deutschen Plakat Museum ist im kommenden Jahr buchstäblich Musik drin: Ab Juni widmet sich die Ausstellung „San Francisco 1967: Posters from The Summer of Love“ der Hochzeit der Hippiebewegung.

Ab September stehen die Plakate des auch hierzulande wohlbekannten Schweizer Plakatkünstlers und Jazz-Förderers Niklaus Troxler im Mittelpunkt, der 1998 zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Viktor Seroneit den seither jährlich verliehenen Essener „Jazz Pott“ initiiert hat.

Die Karriere künstlerischer Fotografie

Während die graphische Abteilung mit der belgischen Künstlerin Catharina van Eetvelde ab September zeigt, dass Zeichnung jenseits von Stift und Papier längst auch im dreidimensionalen Raum stattfinden kann, widmet sich die Fotografische Sammlung mit Balthasar Burkhard einem renommierten, aber hierzulande weitgehend unentdeckten Künstler, dessen Werdegang für die künstlerische Karriere des Mediums Fotografie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht.

Zwei Fotografen und Stipendiaten der Alfried-Krupp-Stiftung, zeigen ab Juni außerdem, dass zeitgenössische Fotografie eben nicht nur digital ist. Während sich Messmer über Archivmaterial zum Thema „Deutscher Herbst“ gebeugt hat, beschäftigt sich Peggy Buth mit den einstigen Utopien des sozialen Wohnungsbaus aus den 1960er/70ern.

 
 

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