Mülheimer sorgen mit „Richtungsding“ für Furore

Werben für „RIchtungsding“: Harald Gerhäußer, Fabian Wolbring, Jan-Paul Laarmann und Jasamin Ulfat zu sehen. Foto: Privat
Werben für „RIchtungsding“: Harald Gerhäußer, Fabian Wolbring, Jan-Paul Laarmann und Jasamin Ulfat zu sehen. Foto: Privat

Essen/Mülheim.. Während die meisten Autoren in Klagenfurt um Preise wetteiferten, geht es den beiden Mülheimern Harald Gerhäußer und Jan-Paul Laarmann eher darum, die Werbetrommel zu rühren - für „Richtungsding“, eine Zeitschrift junger Gegenwartsliteratur.

„Richtungsding“ steht auf dem schwarzen Pfeil. „Das heißt „Dichtungsring“, verdreht“, erklärt Harald Gerhäußer. Er ist einer von zwei Herausgebern einer neuen „Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur“.

Kennen gelernt haben sich Harald und Jan-Paul Laarmann, der zweite Herausgeber, in der Silvesternacht ins Jahr 2010. Sie schreiben seitdem zusammen im „2 bis 3 Straßen“-Projekt von Ruhr 2010. Den „Dichtungsring“ von jungen Schriftstellern, die gemeinsam ihre Texte lesen und diskutieren, gibt es seit 2006, gegründet in Klagenfurt, Österreich.

Dort stehen die beiden auch jetzt. Genauer: vor dem Studio des ORF, in dem auch dieses Jahr der Bachmannpreis an Nachwuchsautoren verliehen wird. Der schwarze Pfeil ist Werbeträger.

Während drinnen 14 um die Wette und die eigene berufliche Zukunft lesen, soll draußen Interesse für die 14 anderen Schreiber geweckt werden, die im „Richtungsding“ um Jan-Paul und Harald versammelt sind. Seit Beginn der Woche rühren die beiden vor Ort die Werbetrommel für das erste eigene Heft. Sie hoffen, so viele Exemplare wie möglich an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Gelegenheit, die High Society der deutschsprachigen Literaturszene auf sich aufmerksam zu machen, wollen sie sich nicht entgehen lassen.

In einem Video haben sie die Prominenz versammelt. Burkhard Spinnen, Jury-Vorsitzender, Sascha Lobo, Blogger der ersten Garde, oder auch die Wettbewerbsautoren lasen dafür jeweils einen Satz des Heftes. Die Herausgeber hoffen, dass diese Aktion das „Richtungsding“ im Gedächtnis hält.

Einen kleinen Rückschlag mussten sie allerdings hinnehmen. Ihre kurzfristig vor Ort organisierte Lesung fand zwar Interesse beim Volk. Aus der Szene zeigte sich aber nur ein freischaffender Journalist, der deutsche Feuilletons beliefert. „Aber der war begeistert“, stellt Jan-Paul nachdrücklich fest. Das galt in jedem Fall auch vom übrigen Publikum – es gab reichlich Applaus. Auch für die beiden anderen Autoren, die in Klagenfurt dabei sind: Fabian Wolbring und Jasamin Ulfat.

Das „Richtungsding“ hat trotzdem in Kärnten für Wirbel gesorgt. Das Radio will berichten, es wird Rezensionen geben. Wer weiß also, ob nicht schon im nächsten Jahr einer der „Richtungsding“-Schreiber wieder in Klagenfurt auftaucht.

 
 

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