Essen

Geldgier-Mord an Peter S. (60) aus Essen: Mitangeklagter (26) gesteht – machte ihn seine unglaubliche Naivität zum Mittäter?

Die Angeklagten müssen sich vor dem Essener Landgericht verantworten.
Die Angeklagten müssen sich vor dem Essener Landgericht verantworten.
Foto: Funke Foto Services
  • Wohl aus Geldgier wurde der Essener Peter S. ermordet
  • Zwei Männer müssen sich vor dem Essener Schwurgericht verantworten
  • Wolfgang N. (26) gesteht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein
  • Den Mord habe aber der Mitangeklagte Alexander H. (26) begangen haben

Essen. Im Prozess wegen des Mordes am Essener Peter S. (60) hat der Mitangeklagte Wolfgang N. ein umfassendes Geständnis abgelegt. Aus Gier habe der Mitangeklagte Alexander H. ihn in einen perfiden Plan gedrängt, Peter S. um tausende Euro Bargeld zu erleichtern. N. beteuert aber: Mordabsichten hätte er nie auch nur im Entferntesten gehabt.

In einer Einlassung am dritten Prozesstag gestand Wolfgang N., an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Er beteuerte gegenüber den Nebenklägerinnen, den beiden Schwestern des ermordeten Peter S., seine Reue.

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„Es gibt keine Rechtfertigung für die Tat, Worte bringen ihren Bruder nicht zurück. Doch sie sollen alle Umstände kennen. Ich habe nicht gewollt, dass das Geschehene so ausgeht“, ließ N. durch seinen Anwalt verlesen.

Angeklagter hatte 12.000 Euro verliehen

Die Geschichte seiner Einlassung zeugt von großer Naivität, durch die N. vom Mitangeklagten Alexander H. in die Tat gedrängt worden sein soll. 12.500 Euro, die eine Bekannte bei ihm aufbewahrte, hatte er H. geliehen. Es solle sich durch eine Investition in H.s Schlüsseldienstgeschäft vermehren, so sei das Versprechen gewesen.

Doch vom Geld sah er fast nichts wieder. Als die Eigentümerin es zurückhaben wollte, gestand er ihr, es weiterverliehen zu haben. Er stotterte die Schulden bei ihr ab, während er vergeblich versuchte, das Geld von Alexander H. zurückzubekommen.

Peter S. mit dem Gummihammer auf den Kopf gehauen

Am 7. September 2017 habe H. dann angerufen und zu sich geholt. Dort soll er ihm den perfiden Plan erklärt haben: Er habe Peter S. unter einem Vorwand hergelockt, er sei gleich da. Dann wolle H. ihn mit einem Hammer bewusstlos schlagen, seinen Schlüssel klauen und Geld, das das Opfer in seiner Wohnung habe, stehlen und damit seine Schulden bei N. zurückzuzahlen.

Nachdem sich Wolfgang N. von H. schon breitgetreten haben soll, ihm 12.500 Euro ohne Schuldschein zu leihen, überredete H. ihn nach der Einlassung nun sogar, selbst mit einem Hammer zuzuschlagen. Er ließ sich darauf ein, lauerte im Kellerraum und schlug Peter S. mit einem Gummihammer auf den Hinterkopf.

Nach dem Gummihammer kam der Metallhammer

S. ging zu Boden, wurde aber nicht bewusstlos. N. beteuert, nichts von der grausamen Tat gewusst zu haben, die dann folgte. Wolfgang N.s Einlassung nach packte Alexander H. einen schweren Metallhammer. Während N. sich vor Schreck wegdrehte, hörte er dumpfe Einschläge.

Als er die Leiche das nächste Mal sah, hatte sie eine Plastiktüte über dem Kopf. Er half, S. in eine Plane zu wickeln, mit einem Rollbrett in einen anderen Kellerraum zu schieben und dort zu verstecken.

Hund „Woody“ saß im Auto

Im Wagen von Peter S. vor der Tür saß dessen Hund „Woody“. Alexander H. versprach, sich um einen neuen Halter zu kümmern. Stattdessen habe H. den Mischling getötet. Tage später brachte N. scharfe Chemikalien, mit denen H. den Tatort reinigen wollte.

Das Auto von Peter S. wurde von der Polizei am Baldeneysee gefunden. Dort hätten sie es laut N. hingebracht, um es wie einen Selbstmord aussehen zu lassen, weil S. den plötzlichen Tod von „Woody“ nicht verkraftet hätte.

Stundenlang befragte der Vorsitzende Richter Jörg Schmitt den Angeklagten, der lückenlos alle Fragen beantwortete. Auch Alexander H. hat angekündigt, sich zur vorgeworfenen Tat einlassen zu wollen.

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