Essen

Mit Glasscherbe bis zur Wirbelsäule geschnitten: Anklage wegen versuchten Totschlags

Der Angeklagte Azeadine E. mit seinem Verteidiger Volker Schröder
Der Angeklagte Azeadine E. mit seinem Verteidiger Volker Schröder
Foto: Peter Sieben
  • Azeadine E. soll vor der Essener Disko "Musikpalette" versucht haben, einen Mann zu töten
  • Mit einer Glasscherbe schnitt er ihm laut Anklage in den Hals
  • Videoaufnahmen zeigen Teile der Tat

Essen. Die Schnittwunde war tief: Bis zur Wirbelsäule soll Azeadine E. einem Widersacher vor der Disco „Musikpalette“ an der Kettwiger Straße den Hals aufgeschnitten haben - mit einer Glasscherbe.

Das jedenfalls wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Seit Dienstag muss sich E. wegen versuchten Totschlags vor dem Amtsgericht Essen verantworten. Denn den Tod des Geschädigten habe der 24-Jährige billigend in Kauf genommen, so die Anklage.

Angeklagter wischt sich Tränen aus dem Gesicht

Ein Dolmetscher übersetzt E. die Anklageschrift ins Arabische.

E., der die Haare an den Seiten kurzrasiert und oben länger trägt, wischt sich dabei immer wieder Tränen aus den Augen, zieht die Nase hoch.

Passiert ist die Tat am 25. Oktober 2015: E. soll zusammen mit einem Freund vor der Disco, zu der ihnen der Einlass verwehrt worden war, randaliert haben.

Schlimme Schnittverletzungen am Hals

„Wanna fight?“, habe er den Disco-Gängern vor der Tür immer wieder zugerufen. Schließlich sei es gegen 2 Uhr am frühen Morgen zu einer Rangelei mit Marcel C. gekommen.

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E. soll dann ein Glas zerbrochen und C. mit einer Scherbe schlimme Schnitte am Hals und an der Hand zugefügt haben. Die Schnittwunde am Hals reichte bis zur Wirbelsäule. C. musste anschließend im Krankenhaus operiert werden.

Erst Bier, dann Wodka

Der Angeklagte selbst will zu den Vorwürfen nichts sagen und lässt seinen Anwalt sprechen. Die Tat räumt er ein - alles andere wäre auch schwierig. Denn Aufzeichnungen einer Sicherheitskamera zeigen Teile der Tat recht eindeutig.

Er habe den ganzen Tag Bier und dann noch mehr als eine halbe Flasche Wodka getrunken, als er gegen 23.30 Uhr an der „Musikpalette“ ankam, heißt es in der Einlassung des Angeklagten.

„Ich bin froh, dass er noch lebt“

Dort sei es dann zu der Auseinandersetzung gekommen und er habe C. geschnitten. Töten wollte er ihn aber auf keinen Fall: „Ich bin froh, dass er noch lebt“, lässt E. seinen Anwalt sagen.

Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt.

 
 

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