Essen

Mit diesen supermodernen Kameras will die Essener Polizei den Angstraum „Rheinischer Platz“ sicherer machen

Eine Polizeibeamtin beobachtet im Präsidium Essen live den Rheinischen Platz. Modernste Kameras sollen den Brennpunkt sicherer machen.
Eine Polizeibeamtin beobachtet im Präsidium Essen live den Rheinischen Platz. Modernste Kameras sollen den Brennpunkt sicherer machen.
Foto: Peter Sieben
  • Die Drogendealerszene hat sich schon lange am Rheinischen Platz in Essen breitgemacht
  • Gerade abends fühlen sich Pendler hier unsicher
  • Jetzt beobachten Polizisten die U-Bahn-Haltestelle mit modernsten Kameras
  • Erste Erfolge können die Beamten schon vorweisen

Essen. Die U-Bahn-Haltestelle Rheinischer Platz in Essen ist das, was man Angstraum nennt.

An der Unterführung und an den Treppen stehen Drogendealer regelrecht Spalier.

„Der Rheinische Platz war immer ein Brennpunkt“

Die dunkle Rotunde bietet Kriminellen jede Menge Fluchtwege - und zugleich dunkle Ecken, die von außen kaum einsehbar sind.

Kameras am Rheinischen Platz

Vor allem viele Studierende der nahen Uni nutzen die Bahnhaltestelle. Gerade abends fühlen sich viele Pendler unsicher hier.

„Der Rheinische Platz war immer ein Brennpunkt“, sagt Essens Polizeipräsident Frank Richter. Damit könnte jetzt Schluss sein: Seit Montag hängen hier zehn hochmoderne Kameras, drei sollen in den nächsten Wochen noch dazukommen.

Neuester Stand der Technik

Zwei Beamte beobachten täglich auf großen Bildschirmen die Bilder, die die Kameras liefern. „Das ist der neueste Stand der Technik. So etwas wäre vor zwei Jahren noch nicht möglich gewesen“, sagt Projektleiter Christian Draeger.

Acht Objektive sitzen in jeder Kamera, die Einzelaufnahmen werden in Echtzeit zusammengesetzt - das sorgt für unfassbar gestochen scharfe Bilder.

Die Polizeibeamten können innerhalb der Bilder zoomen - selbst kleinste Details sind dann deutlich erkennbar.

Kosten: 500.000 Euro

500.000 Euro haben die Kameras gekostet, finanziert aus Landesmitteln. Die Investition wird sich lohnen, da ist sich Frank Richter sicher. „Das beste Beispiel ist der Anschlag auf den Sikh-Tempel. Die Aufnahmen der mutmaßlichen Täter haben durchaus zum Fahndungserfolg beigetragen.“

Und auch die neuen Kameras am Rheinischen Platz haben der Polizei schon geholfen. Drei Drogendealer konnte die Polizei auf frischer Tat ertappen.

Denn die beiden Beamten im Präsidium sehen in Echtzeit, was dort passiert. „Wenn die Kollegen etwas Verdächtiges beobachten, können sie sofort reagieren“, so Richter.

Daten laufen über Kabel der EVAG

Die gewaltigen Datenmengen laufen über Kabel der Essener Verkehrsbetriebe EVAG, mit der die Polizei zusammenarbeitet. „Wir nutzen kein WLAN oder Internet, das heißt, die Daten sind besonders sicher“, erklärt Projektleiter Draeger.

Zurzeit beobachten die Beamten den Rheinischen Platz bis Mitternacht. „Wir sind da aber flexibel und können die Zeiten anpassen“, so Draeger.

Vor allem sollen die Kameras aber präventiv wirken, macht Essens OB Thomas Kufen bei der Vorstellung der neuen Technik klar: „Wichtig ist: Wie können wir Straftaten verhindern? Alle Essener sollen sich sicher fühlen.“

Die Polizei beobachtet bereits jetzt: Die Drogenszene am Rheinischen Platz zieht sich zurück. Wohin, das müsse man im Auge behalten. Am 1. September wollen die Beamten auswerten, wie genau sich die Situation an der Haltestelle verändert hat.

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