Mit der „Gewerbeschau Essen“ vor 100 Jahren fing alles an

Besuchermassen strömten immer wieder zur Norbertstraße. Zur ersten Messe nach dem Krieg kamen 600.000 Besucher.
Besuchermassen strömten immer wieder zur Norbertstraße. Zur ersten Messe nach dem Krieg kamen 600.000 Besucher.
Foto: WAZ
Am 21. April 1913 fing alles an: Zwölf Gesellschaftern gründeten an diesem Tag die "Gewerbeschau Essen" aus der später die Messe Essen entstehen soll. Damals war die Ausstellungsfläche nur 5000 m² groß, mittlerweile umfasst sie 110.000 m², womit die Messe Essen die neuntgrößte in Deutschland ist.

Essen.. Der 100. Geburtstag liegt schon ein paar Tage zurück. Exakt am 21. April konnte die Messe Essen ihr ganz besonderes Jubiläum feiern. Exakt auf den Tag 100 Jahre zuvor war sie gegründet worden. Um diese und andere Zahlen der Messegeschichte geht es im vierten Teil unserer Serie.

  • 1. ist Essen aus Sicht von Horst Brüning, dem Präsidenten des Klassik-Weltverbandes FIVA, mit seiner Techno-Classica. „Essen ist einfach der Treffpunkt Nummer eins auf der Welt für unsere Passion.“ Der Weltverband hat 1,5 Millionen Mitglieder.
  • 8 Messen in Deutschland sind größer – gemessen an der Hallenfläche. Essen als Neunter bietet 110.000 m², Spitzenreiter ist Hannover mit 470.167 m².
  • 9 Ableger gibt es im Ausland, darunter in Peking, Shanghai, Moskau, Dubai und São Paulo. Eigene Büros bestehen in New York, Mailand und Moskau.
  • 12 Leitmessen mit weltweiter Bedeutung werden an der Norbertstraße ausgetragen. Neben neun Fachmessen wie der Security oder der Energy&Water gehören dazu auch drei große Publikumsmessen: Motor Show und Techno-Classica werden jedes Jahr ausgetragen, die Equitana als Weltmesse des Pferdesports alle zwei Jahre.
  • 50 Messen wurde allein 2012 in den 18 Hallen ausgetragen: darunter die Motor Show als einer der Publikumsmagneten. Begrüßen konnten die Veranstalter dabei den zwölfmillionsten Besucher der 1968 gegründeten Show.
  • 61 Jahre besteht die älteste Messe. Die Schweißen & Schneiden wurde 1952 erstmals ausgetragen, in diesem Jahr wird es die 18. Auflage geben. Mehr als 1000 Aussteller aus 40 Ländern werden dazu im September erwartet.
  • 100 Jahre ist die Messe alt. 1913 wurde sie als „Gewerbeschau Essen“ von zwölf Gesellschaftern gegründet. 200 Aussteller präsentierten sich auf 5000 m2 Ausstellungsfläche. 20 Jahre zuvor hatte es einen Vorläufer gegeben, 1893 war eine Gewerbeausstellung im Saalbau am Stadtgarten ausgetragen worden. Die 1913 gegründete GmbH wurde 1921 abgelöst durch den „Gemeinnützigen Verein zur Verwertung des Essener Ausstellungsgeländes GmbH“. Seit 1983 firmiert sie unter Messe Essen GmbH.
  • 200 Mitarbeiter beschäftigt die Messegesellschaft.
  • 270 m² Fläche nimmt das größte zusammenhängende Bleiglaskunstfenster mit dem Titel „Energie“ von Jörg Immendorff ein, das 2004 in der Galeria installiert wurde. Es ist ein Aushängeschild der Messe, seine Zukunft ist vor dem Hintergrund des geplanten Abrisses der Galeria aber ungewiss. Der Aufsichtsrat wird am 21. Juni darüber entscheiden.
  • 800 Arbeitslose waren von 1927 bis 1929 damit beschäftigt, sumpfiges Brachland aufzubereiten für die Große Ruhrländische Gartenbauausstellung (Gruga) von 1929, die zwei Millionen Besucher sahen und die als Blumenwunder von der Ruhr galt.
  • 7500 Arbeitsplätze werden durch die Messe bundesweit ausgelöst – so das Ergebnis einer Studie des Münchner Ifo-Instituts. Im Untersuchungsjahr 2008 gaben Aussteller und Besucher 410 Millionen Euro aus.
  • 21.000 Euro gibt im Durchschnitt jeder Aussteller für seinen Stand aus. Knapp ein Viertel davon entfallen auf den Standbau.
  • 600.000 Besucher kommen zur ersten Messe nach dem Zweiten Weltkrieg. 1949 wird die „Dach und Fach“ veranstaltet, die sich mit dem Thema Wiederaufbau beschäftigt. Das Messegelände selbst war 1944 bei Luftangriffen zerstört worden.
  • 40 Millionen DM sollten die Neu- um Umbauten kosten, die nach den Plänen des Essener Architekten Werner Zabel für die 1990er Jahre vorgesehen sind.
  • 123 Millionen Euro soll die Modernisierung kosten, die noch vom Aufsichtsrat und dem Rat der Stadt abgesegnet werden muss. Mit ihr möchte die Messegesellschaft sich fit für den Wettbewerb machen. Bis zum Herbst 2017 würde das Messegelände ein völlig neues Gesicht erhalten. Abgerissen werden sollen nicht nur die in die Jahre gekommenen Hallen Nord und die Anfang der 90er Jahre errichteten Hallen im Süden, sondern auch ein Teil der erst vor zehn Jahren errichteten Gebäude des italienischen Architekten Mario Bellini.
  • 1,5 Milliarden Euro betrug nach Schätzungen das Volumen der geplanten und vorgenommenen Investitionen 2009 bei der Schweißen&Schneiden.
 
 

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