Miniatur- und Modelleisenbahnwelt eröffnet im Frühsommer 2013 in Essen

Im Mittelpunkt der Miniaturwelt steht die Industriegeschichte des Ruhrgebiets, die original- und technikgetreu nachgebaut wird.
Im Mittelpunkt der Miniaturwelt steht die Industriegeschichte des Ruhrgebiets, die original- und technikgetreu nachgebaut wird.
Foto: WAZ FotoPool
Voraussichtlich im Mai 2013 sollen Besucher in der Orangerie des Grugaparks die Geschichte des Ruhrgebiets von den Sechzigern bis heute erleben - im 1:87-Maßstab. Die Miniaturwelt, die bis Anfang des Jahres in Oberhausen aufgebaut war, wird komplett neu in Essen aufgebaut.

Essen.. Simone Raskob ist ganz verzückt: „Die haben ja sogar rußgeschwärzte Gesichter“, sagt die Umweltdezernentin und beugt sich über ein Zechen-Modell, in dem natürlich auch Bergleute zu bewundern sind - im 1:87-Maßstab. Voraussichtlich im Mai kommenden Jahres will Modellbahnexperte Jens Kürvers in der Orangerie des Grugaparks eine Miniaturwelt eröffnen, die in ihrer geplanten Form einzigartig ist. Das Ruhrgebiet von den Sechziger-Jahren bis heute soll sich darin wiederfinden, als roter Faden führt - wie kann es anders sein - eine Modelleisenbahn durch die Ausstellung. Kohleförderung und Stahlproduktion werden eine zentrale Rolle spielen. „Ich möchte, dass Großväter mit ihren Enkeln hierherkommen und ihnen zeigen, wo sie früher gelebt und gearbeitet haben“, sagt Kürvers.

Zug rollt durch den Strukturwandel

Auf rund 350 Quadratmeter Fläche bleibt aber ausreichend Platz, um den Strukturwandel bis heute zu demonstrieren. 150 Züge rollen durch die Landschaften, die im Verlauf der Ausstellung immer moderner werden - bis hin zu neuesten ICE-Nachbildungen. Vor allem Schulklassen und Kinder sollen so über die Geschichte des Ruhrgebiets informiert werden. Wo jetzt die Bühne ist, wird eine Alpenlandschaft entstehen: „Die Besucher wollen Berge sehen, das haben wir während der dreijährigen Zeit in Oberhausen festgestellt. All die Erfahrungen lassen wir nun in die neue Welt einfließen“, sagt Kürvers.

Für das Mammutprojekt mit einer Investitionssumme in Höhe zwischen 200 000 und 300 000 Euro wird sich auch die Orangerie einigen Schönheitskorrekturen unterziehen: Das Dach wird ausgebessert, die Dichtungen erneuert und die Fenster mit durchsichtigen Folien bezogen, die während der Ausstellung finstere Nacht simulieren können. An der äußeren Optik des Pavillons mit Wahrzeichen-Charakter wird sich nichts ändern. Veranstaltungen wie die Pflanzen- und Raritätenmärkte, die bislang dort stattfanden, werden künftig in den Musikpavillon verlegt. Da die Orangerie noch bis ins Frühjahr mit Veranstaltungen belegt ist, wird die Miniaturwelt in einer eigens aufgebauten Halle komplett vorgebaut. Dafür ist ein 20-köpfiges Team verantwortlich. Auch Studenten der Uni Duisburg-Essen sollen an dem Projekt beteiligt werden.

„Wir kalkulieren mit 100 000 Besuchern, auch aus den Benelux-Ländern“

Für den Grugapark ist die Ausstellung, die bis Anfang des Jahres in ähnlicher Form in Oberhausen aufgebaut war, ein Gewinn: „Wir erhoffen uns dadurch neue Besuchergruppen. In Oberhausen kamen im Jahr 150 000 Menschen, um die Ausstellung zu sehen. Wir kalkulieren mit 100 000 Besuchern, auch aus den benachbarten Benelux-Ländern“, sagt Eckhard Spengler von Grün&Gruga. Die Stadt setzt vollstes Vertrauen in die Idee - und schloss einen Vertrag über fünf Jahre mit Küvers ab. „Mit der Option auf Verlängerung“, sagt Simone Raskob. Die Ausstellung ist vor allem auf Familien ausgerichtet: Mit Bastelangeboten für Kinder, vielen interaktiven Elementen und der Möglichkeit, selbst Züge zu steuern. Die Eintrittspreise sind entsprechend moderat: Erwachsene zahlen 3,90 Euro, Kinder 2,90 Euro, der Eintritt für den Grugapark kommt obendrauf.

Die winzige Welt aus Oberhausen wird 2013 übrigens im fränkischen Fürth aufgebaut - um Werbung fürs Revier zu machen.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel