Essen

Türkei-Wahl: Essen hat höchste Wahlbeteiligung in ganz Deutschland

Die Wahlberechtigte Hatice Güner wirft ihren Wahlzettel in die Urne. Hier geben in Deutschland lebende Türken ihre Stimme für die türkischen Parlaments- und Präsidentenwahlen ab.
Die Wahlberechtigte Hatice Güner wirft ihren Wahlzettel in die Urne. Hier geben in Deutschland lebende Türken ihre Stimme für die türkischen Parlaments- und Präsidentenwahlen ab.
Foto: dpa
  • Am Sonntag warteten Hunderte Menschen vor der Messe Gruga auf Einlass
  • Sie alle wollten ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel machen
  • Essen gilt als Erdogan-Hochburg

Essen. In der Türkei wird der Präsident und das Parlament gewählt und auch die in Deutschland lebenden Türken dürfen mitmischen. Bis Dienstag haben sie noch Zeit, ihr Kreuzchen zu machen, ihre Stimme abzugeben.

Lange Schlangen vor der Messe Gruga wegen der türkischen Präsidentschaftswahl

Am Sonntagnachmittag standen Hunderte türkischstämmige Wähler vor dem Eingang der Gruga und warteten darauf, endlich eingelassen zu werden. Manche machten daraus einen Familienausflug, alle Kinder waren mit dabei, teilweise wurden ganze Taschen mit Proviant angeschleppt.

Der Andrang an der Messe Gruga passt auch zu den am Montag veröffentlichten Statistiken der Wahlkommission: Eine Wahlbeteiligung von 54,5 Prozent im Konsulat Essen. Damit steht Essen an der bundesweiten Spitze bei den türkischen Wahlen.

Essen gilt laut Statistiken als Erdogan-Hochburg. Beim Referendrum vor rund einem Jahr erhielt der amtierende Präsident Erdogan 75,9 Prozent Ja-Stimmen aus Essen.

75.000 wahlberechtigte Türken kommen nach Essen

Rund 120.000 Deutschtürken leben im Ruhrgebiet, 75.000 von ihnen sind wahlberechtigt. Sie alle wählen in der Messe Gruga den Präsidenten in der Türkei. Eigentlich hatte man sich das Generalkonsulat „Am Zehnthof 55“ ausgesucht. Aber für einen solchen Ansturm sei das Konsult nicht ausgelegt. darum wurde die Wahl in die Messe verlegt.

Nach Essen kommt Stuttgart (46,1 Prozent) an zweiter Stelle bei der Wahlbeteiligung, gefolgt von Köln (45,5 Prozent) und Düsseldorf (45,3 Prozent). In Münster blieb die Wahlbeteiligung mit bislang 23,9 Prozent bislang allerdings schwach. Insgesamt hatten bis Sonntag 40,7 Prozent der in Deutschland registrierten Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben.

Bis Dienstag dürfen die in Deutschland lebenden Türken noch wählen gehen. An Grenzübergängen zur Türkei darf bis zum eigentlichen Wahltag am 24. Juni gewählt werden.

Mehr als 5 Prozent der Wähler stammen aus dem Ausland

Die gut drei Millionen stimmberechtigten Auslandstürken stellen mehr als fünf Prozent aller türkischen Wähler. Die größte Gruppe lebt in Deutschland. Bei einem knappen Ergebnis könnten Stimmen aus dem Ausland entscheidend sein.

Die Wahlbeteiligung in Deutschland war zu Beginn eher verhalten, was möglicherweise auf den muslimischen Fastenmonat Ramadan zurückzuführen war, der seit Freitag beendet ist.

Am türkischen Verfassungsreferendum im April vergangenen Jahres hatten sich 48,8 Prozent der in Deutschland registrierten Wähler beteiligt. (fb/dpa)

 
 

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