Messe Essen kommt 2009 mit blauem Auge davon

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Essen. Zum Ende des Messejahres werfen die Geschäftsführer einen zufriedenen Blick zurück und einen zweifelnden nach vorn. Bei den Publikumsmessen musste die Messe herbe Rückschläge hinnehmen. Um viele kleine Ecken herum treffe die Krise auch die Messe, sagte Geschäftsführer Thorwirth.

Der Rückblick auf das Messejahr könnte die Überschrift tragen: Wir sind noch mal davongekommen. „Die Fachmessen sind stabil, bei den Publikumsmessen gab es Rückgänge“, sagt Geschäftsführer Egon Galinnis. Sein Kollege Frank Thorwirth erwartet für 2010 „ein schwieriges Jahr“.

Die genauen Bilanz-Kennzahlen sind noch nicht bis hinters Komma ermittelt. Doch am Ende der Motor-Show, die auch das Messejahr abschließt, werfen die Messe-Geschäftsführer einen zufriedenen Blick zurück und einen zweifelnden nach vorn. „Um viele kleine Ecken herum trifft die Krise uns auch“, sagt Thorwirth.

Herbe Rückschläge bei Publikumsmessen

„Die Unternehmen streichen ihre Reise-Etats zusammen und stellen jeden Messe-Auftritt auf den Prüfstand.“ Trotzdem hat die Messe in diesem Jahr mit dem Energie-Format „E-world“ zehn Prozent Zuwachs erzielt und ein „sensationelles Ergebnis“ (Thorwirth) bei der „Schweißen & Schneiden“ hingelegt. „Bei unseren Nummer-eins-Messen liegen wir gut.“

Bei den Publikumsmessen dagegen musste die Messe herbe Rückschläge verkraften. Zur Motor Show kamen in den letzten zehn Tagen rund zehn Prozent weniger Besucher, bei der „Mode-Heim-Handwerk“ war der Rückgang prozentual noch höher. Auch die Zahl der Aussteller ist zurückgegangen.

Spielemesse als Trostpflaster

Ein Trostpflaster auf die durch die Krise geschlagenen Wunden klebte die Spielemesse im Oktober, die gegen den Trend zulegen konnte. Für Thorwirth zeigt das: „Als Standort sind wir die Richtigen.“

Es zeigt auch: In der Krise zieht sich der Mensch zurück in die eigenen vier Wände und den Kreis der Liebsten, in dem er sich möglichst schön einrichtet. „Homing“ nennen Experten diesen Trend, der der Messe schon jetzt Veranstalterzuwächse für die Pflanzenfachmesse IPM im Januar beschert: 1450 Aussteller haben sich angemeldet. Galinnis’ Prognose für das nächste Jahr beginnt deshalb optimistisch: „Die IPM mit Plus, die Sanitär-Heizung-Klima stabil, die E-World macht nochmals ein leichtes Plus.“ Und danach? Frank Thorwirth zuckt die Achseln. „Wir trauen uns kaum, über das Frühjahr hinaus zu schauen.“

Unabhängig von der Konjunktur sieht die Messe in Zukunft Handlungsbedarf bei der Infrastruktur auf den eigenen Flächen und in der Umgebung. „Logistisch kratzen wir an der Decke“, sagt Thorwirth. Egon Galinnis formuliert weiteren Bedarf an Parkflächen. „Das neue Messeparkhaus P 5 mit seinen 1100 Plätzen hilft uns natürlich. Aber wir spüren immer noch den Verlust der Parkflächen an der Festwiese mit mehr als 6000 Plätzen.“

 
 

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