Mehr Platz für Flüchtlinge

Die Stadt beabsichtigt, die ehemalige Boecker-Verwaltung an der Hülsenbruchstraße für zehn Jahre anzumieten. Dort soll Platz für 200 Asylbewerber geschaffen werden.
Die Stadt beabsichtigt, die ehemalige Boecker-Verwaltung an der Hülsenbruchstraße für zehn Jahre anzumieten. Dort soll Platz für 200 Asylbewerber geschaffen werden.
Foto: WAZ FotoPool
Statt 130 sollen in der ehemaligen Boecker-Hauptverwaltung in Vogelheim bis zu 200 Asylbewerber untergebracht werden. Stadt hofft auf weitere 200 Plätze durch Anmietungen.

Essen. Nach den jüngsten Flüchtlingsprognosen des Bundes hat die Stadt ihre Pläne für die Unterbringung von Asylbewerbern feinjustiert: Insgesamt werden in diesem Jahr 748 zusätzliche Plätze benötigt. 549 davon sollen in den teils schon erweiterten Behelfsunterkünften, in der ehemaligen Boecker-Verwaltung an der Hülsenbruchstraße und an der Pregelstraße zur Verfügung stehen. Der Vertrag für die ehemalige Kraftwerkerschule wurde bereits verlängert.

Zur Miete angeboten

Die restlichen 199 Unterbringungskapazitäten sollen bereits existierende Gebäude bieten, die der Stadt in der Zwischenzeit zur Miete angeboten worden sind. Dabei handelt es sich zum Beispiel um ein Haus mit 44 Appartements an der Karl-Meyer-Straße in Schonnebeck, das 70 Bewohnern Platz bieten würde, und eine Immobilie an der Kapitelwiese, die schon einmal als Flüchtlingsunterkunft diente.

„Wir sind guten Mutes, die fehlenden Kapazitäten von rund 200 Plätzen über Mietimmobilien zu schaffen“, bestätigte Sozialamtsleiter Hartmut Peltz jetzt auf Nachfrage. Notbelegungen von Turnhallen oder weiteren Schulen wollen die Planer auf jeden Fall vermeiden.

200 Menschen sollen ein Dach über dem Kopf finden

Da kommt es der Stadt nur recht, dass die ehemalige Boecker-Verwaltung an der Hülsenbruchstraße in Vogelheim mehr Platz bietet, als zunächst angenommen: Selbst wenn Räume zum Duschen und Kochen eingeplant werden, sollen dort insgesamt 200 Menschen ein Dach über dem Kopf finden. Das sind 70 mehr als zunächst kalkuliert. Zudem wird die Verwaltung dem Rat der Stadt in seiner Sitzung am 25. März vorschlagen, die Mietzeit für die dreistöckige Immobilie von fünf auf zehn Jahre zu verlängern. Die Einrichtung werde bis mindestens 2025 benötigt, heißt es. Da das Gebäude aufwendig umgebaut werden müsse, sei über eine längere Vertragsdauer ein günstigerer Mietpreis auszuhandeln.

Insgesamt rechnet die Stadt nach den jüngsten Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge für dieses Jahr damit, 1910 weitere Asylbewerber aufzunehmen und versorgen zu müssen. Dazu kommen etwa 140 Flüchtlinge aus Syrien im Rahmen der humanitären Aufnahme. Zählt man die in Wohnungen und in der Landeseinrichtung Optipark untergebrachten Menschen dazu, steigt die Zahl der Asylbewerber auf stadtweit 5198.