Essen

Nach Marteria und Casper-Konzert in Essen: Polizei korrigiert Verletzten-Zahl

Diese LED-Leinwand stürzte auf zahlreiche Besucher bei einem Konzert der Rapper Materia und Casper am Baldeneysee in Essen.
Diese LED-Leinwand stürzte auf zahlreiche Besucher bei einem Konzert der Rapper Materia und Casper am Baldeneysee in Essen.
Foto: dpa

Essen. Noch immer ist das Unglück bei einem Konzert von Materia und Casper nicht gänzlich aufgeklärt. Bei Unwetter hatte sich eine LED-Leinwand gelöst und war auf mehrere Zuschauer gefallen.

Mittlerweile hat die Polizei die Zahl der Verletzten nach oben hin korrigiert. Insgesamt waren 31 Menschen verletzt worden. Sie seien alle auf dem Weg der Besserung, so die Polizei.

Warum sich die LED-Wand löste, ist weiterhin offen.

Im Newsblog informieren wir dich über die aktuelle Entwicklung:

Marteria und Casper in Essen: Polizei korrigiert Verletztenzahl

Freitag; 13. September

20.58 Uhr: Der Darstellung der Polizei widerspricht eines der Opfer. Seine Freundin liege noch immer im Krankenhaus, behauptet er. „Als ich zu mir kam, hing mein Ohr vom Kopf ab und ich habe meine Freundin nicht mehr gesehen.“ Hier liest du seinen erschütternden Bericht >>>

14.09 Uhr: Die Polizei Essen hat am Freitagnachmittag die neusten Erkenntnisse zum Unglück während des Materia und Casper-Konzerts am Baldeneysee veröffentlicht. So sind bis zum zwölften September 78 Videos und Fotos eingegangen. Die Behörde hatte zuvor ein Hinweisportal eingerichtet, um möglichst viele Beweise sammeln zu können.

Auch ist die Zahl der Verletzten auf insgesamt 31 angestiegen, nachdem sich drei weitere Personen bei der Polizei gemeldet hatten. Mittlerweile konnten alle Verletzten aus den Krankenhäusern entlassen werden.

Warum fiel die LED-Leinwand um? Diese Frage gilt es weiterhin zu beantworten. Dafür hat die Polizei ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben, um herauszufinden, warum die LED-Wand durch ein Luftböe gelöst werden konnte.

Mittwoch, 4. September:

14.19 Uhr: Experten vom Landeskriminalamt haben am Dienstag das Gelände vermessen, um ein 3D-Bild zu erstellen. „So können wir auch nach den Aufräumarbeiten exakt nachvollziehen, was wo stand und wo Trümmerteile heruntergestürzt sind“, erklärt Polizeisprecherin Annika Koenig.

Außerdem warte man derzeit auf die Untersuchungsergebnisse des Gutachters.

13.59 Uhr: Die Polizei ermittelt nun mit Blick auf fahrlässige Körperverletzung. Für die Ermittlungen hoffen die Beamten auf Hilfe aus der Bevölkerung. Die Polizei bittet alle Personen, die durch herabfallende Teile beziehungsweise vor der Bühne verletzt wurden und noch nicht im Kontakt mit der Polizei stehen, sich zu melden. Du kannst die Polizei unter der Telefonnummer 0201/829-0 erreichen.

Außerdem sucht die Polizei Videomaterial von dem Vorfall. Solltest du die LED-Wand kurz vor und während des Sturzes gefilmt haben, kannst du das Video in einem Hinweisportal der Polizei mit dem Stichwort „Seaside Beach Essen“ hochladen. Du findest es unter nrw.hinweisportal.de.

Dienstag, 3. September:

7.05 Uhr: Am heutigen Dienstag wird die Unfallstelle von einem Gutachter untersucht. Unklar ist noch, wie lange der Experte dafür benötigen wird. In der Zeit ist der Seaside Beach jedoch gesperrt.

Montag, 2. September:

13.51 Uhr: Bislang ist unklar, wie es zu dem Unglück am Baldeneysee kommen konnte. Die Polizei Essen hat die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. „Gegen unbekannt“, betonte eine Polizeisprecherin. War es technisches Versagen, menschliches oder höhere Gewalt? Die Antworten darauf erhoffen sich die Beamten auch von einem Gutachter, der die Lage am Dienstag aus technischer Sicht bewerten wird. „Bis dahin werden Vernehmungen durchgeführt“, sagte die Sprecherin der Polizei.

Gute Nachrichten gibt es von den Verletzten. So seien einige stationär aufgenommene Zuschauer bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

11.35 Uhr: Nun hat sich der Veranstalter des Konzerts gegenüber der WAZ zu Wort gemeldet. Er sagt, dass die Situation viel schlimmer hätte enden können. Demnach sei für das Konzert ein Podest zwischen Bühne und Zuschauern gebaut worden. Wäre dies nicht da gewesen, hätten die Zuschauer noch näher an der LED-Wand gestanden und vermutlich wären noch mehr Menschen von herabstürzenden Teilen getroffen worden.

Zudem spricht Veranstalter Holger Walterscheid über einen der Schwerverletzten. Ihm sei ein Ohr abgerissen worden, bestätigt der Seaside-Beach-Chef.

6.30 Uhr: Am Montag wird die Kriminalpolizei die Ermittlungen rund um das abgebrochene Konzert der Rapper Marteria und Casper aufnehmen. Der Unglücksort am Baldeneysee ist weiterhin gesperrt.

Sonntag, 1. September:

20.29 Uhr: Eine Frage beschäftigt die Fans auch noch am Sonntagabend: Warum wurde das Konzert nicht rechtzeitig abgesagt? Laut Holger Walterscheid, Geschäftsführer des „Seaside Beach“, habe die Feuerwehr um 20.58 Uhr zugestimmt, das Konzert fortzuführen. Er sagt außerdem: „Es stand eine mögliche Wetterlage zwischen 21.30 Uhr und 21.45 Uhr im Raum“, so Walterscheid gegenüber der Bild. Er kenne das Wetter jetzt seit 15 Jahren, das sei nicht vorherzusehen gewesen.

War das wirklich so? Der Wetterexperte des Deutschen Wetterdienstes, Thomas Gerwin, erklärte jedoch "RP Online": „Die Veranstalter wussten, was kommt." Denn in Essen sei bereits um 19.30 Uhr vor dem Gewitter gewarnt worden. Warum also reagierten die Verantwortlichen nicht früher? Diese Frage bleibt wohl vorerst ungeklärt.

18.50 Uhr: Nachdem sich Materia und Casper gegen Mittag auf Instagram mit einem emotionalen Post zu Wort gemeldet hatten, gibt es mittlerweile bei beiden Social-Media-Accounts zahlreiche Reaktionen der Fans. Und die haben eine klare Meinung zum Vorfall am Samstagabend.

  • "Es wurde auf jeden Fall richtig gehandelt. Traurig sind wir dafür alle umso mehr."
  • "Menschlichkeit!!! Danke Jungs"
  • "Es war die einzig richtig Entscheidung gewesen. Ersatzkonzert wäre toll aber dies oder Schadensersatz steht jetzt absolut nicht zur Debatte!"
  • "Es wurde KOMPLETT richtig gehandelt. Mein ganzen Respekt an alle Sanitäter, Securities und Helfern, die alle Betroffen versorgt haben."
  • "Danke für das schnelle Statement."

13.20 Uhr: Nun haben sich auch Marteria und Casper zu Wort gemeldet. Bei Instagram schrieben die Musiker: „Wie ihr sicher alle aus den Medien erfahren habt oder vor Ort wart, mussten wir das Casper und Marteria Konzert in Essen gestern abbrechen. Es kam auch zu Verletzten. Mehrere Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Wir sind tief betroffen und wünschen allen Verletzten schnelle Genesung, wir denken an euch! Wir danken allen Fans vor Ort für ihr Verständnis für den Abbruch und ihre Hilfsbereitschaft. Wir hoffen dass ihr alle gut nach Hause gekommen seid.

Vielen Dank auch an unsere Crews, die Einsatzkräfte und Behörden vor Ort für ihre professionelles Handeln und ihre Unterstützung. Wir sind mit allen Parteien im engen Austausch und hoffen zunächst dass alle Verletzten schnell wieder gesund werden. Wir suchen auch nach Möglichkeiten, das Konzert nachzuholen, aber das allerwichtigste ist jetzt erstmal die Gesundheit der Betroffenen.“

11.20 Uhr: Gegenüber DER WESTEN schildert nun eine Zuschauerin die Vorkommnisse von Samstagabend. Sie stand relativ weit vorne. „Ich hatte von den Gewitterwarnungen erst gar nichts mitbekommen. Hatte nur in der App gesehen, dass 30 Prozent Regenwahrscheinlichkeit um 22 Uhr war. Die haben zunächst sechs Songs gespielt. Waren also etwas eine halbe Stunde auf der Bühne und dann kam von jetzt auf gleich der Regen runter. Sturm kam auf, wirklich ohne Vorankündigung. Du hast nicht gesehen, dass es vorher irgendwie windig wurde. Von jetzt auf gleich hat es angefangen zu schütten. Dann kamen auch noch Blitze mit dazu.

Ich fand es auch etwas komisch, als sie dann gesagt haben, wir machen eine Pause. Die haben die Leute da einfach stehen lassen. Da wurde nicht evakuiert, obwohl es so blitzt. Der Sturm ging auch direkt in die Bühne rein. Das war schon heftig. Dann hat es langsam wieder aufgehört. Dann kamen sie raus, sagten, sie müssen die Technik überprüfen. Fünf bis zehn Minuten später wurde das Konzert abgebrochen, weil Teile der Technik defekt waren.

Wir hatten uns gewundert, warum so viel Krankenwagen und Feuerwehr kamen. Wir haben das gar nicht mitbekommen. Es hat aber auch so heftig geregnet, dass du fast nichts gesehen hast.“

10.37 Uhr: Das Seaside Beach am Baldeneysee, Veranstaltungsort des Marteria- und Casper-Konzertes, hat sich bei Facebook zu Wort gemeldet.

Das Team erklärt, man habe die Stärke des Unwetters nicht absehen können: „Diese plötzliche Wettersituation war nicht vorherzusehen. Wir haben ständig mit den Behörden, dem Veranstalter und den Einsatzkräften die Situation im Blick gehabt. Die Sicherheit unserer Gäste hat höchste Priorität.“

In 15 Jahren Seaside Beach habe man eine solch starke Windböe noch nicht erlebt.

9.21 Uhr: Hätte das Konzert von Marteria und Casper abgesagt werden müssen? Die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes gingen schon gegen 19.30 Uhr raus. Trotzdem gingen Marteria und Casper auf die Bühne. Um 21.20 Uhr wurde das Konzert zunächst unterbrochen, kurz darauf ganz abgebrochen.

Sprecher Mike Filzen von der Feuerwehr hält sich bedeckt. Die Feuerwehr sei nicht Teil des Sicherheitskonzeptes des Konzerts gewesen, erklärt er. „Ein privater Sanitätsdienst war zuständig. Dieser war über die Unwetterwarnung informiert.“ Gestellt wurde der Sanitätsdienst vom Veranstalter „Livemodus Event- und Konzertagentur GmbH“. Dieser hat sich auf Nachfrage von DER WESTEN noch nicht zu dem schrecklichen Unfall am Baldeneysee geäußert.

9.11 Uhr: Laut Feuerwehrsprecher Mike Filzen dauerte der Einsatz der Rettungskräfte beim Marteria- und Casper-Konzert am Baldeneysee in Essen bis nach Mitternacht.

9.01 Uhr: Die erleichternde Nachricht: Die beiden schwer Verletzten sind außer Lebensgefahr, sagte eine Sprecherin der Polizei Essen auf Nachfrage von DER WESTEN.

8.15 Uhr: Auch am Tag nach dem Konzert sitzt der Schock noch tief. Viele Fans tauschen sich auf der Veranstaltungsseite des Konzertes bei Facebook aus. Tenor: Trotz der vielen Verletzten macht kaum einer dem Veranstalter Vorwürfe.

So schreibt etwa Patrick: „Ein Lob an die Veranstalter. Mit dem Abbruch absolut richtig reagiert. Alle haben Ruhe bewahrt und alle Fluchtwege haben ohne Probleme funktioniert. An alle die ihr Geld wieder haben wollen: Geht's euch gut? Zum einen handelt es sich um höhere Gewalt. Zum anderen wurden Menschen verletzt, weil die Bühne zusammengebrochen ist. Ihr habt nichts Besseres im Kopf, als an die paar Kröten zu denken? Seid verdammt nochmal froh, dass ihr gerade nicht im Krankenwagen sitzt und vom Notarzt versorgt werden müsst.“

Bislang haben sich Marteria und Casper noch nicht zu den Geschehnissen geäußert. Auch der Veranstalter war bislang noch nicht für ein Statement erreichbar.

7.15 Uhr: Etwa gegen 21.20 Uhr brachte der Starkregen Teile der Bühne zum Einsturz – gerade einmal eine halbe Stunde, nachdem Marteria und Casper auf die Bühne gekommen waren.

Der starke Regen und enorme Wind setzten der Bühne so stark zu, dass eine große LED-Leinwand am linken Bühnenrand zusammenstürzte. Eine Videoaufnahme einer Konzertbesucherin zeigt, wie sich das Unglück anbahnt. „Habe durch Zufall gefilmt, wie die linke Videoleinwand sich löst“, tweetet sie und weiter „Danach sind wir nur noch gerannt. Es war einfach mega chaotisch“:

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Mehrere Verletzte durch Bühnenteile

Zunächst wurde das Konzert nur unterbrochen. Da das Gewitter anhielt, wurde um 21.30 Uhr per Durchsage bekanntgegeben, dass das Konzert vollständig abgebrochen wird. Etwa 18.000 Zuschauer mussten das Gelände verlassen. Ärzte betreuten vor Ort etwa 150 Menschen, viele der Besucher erlitten einen Schock.

Wie viele Fans auf Facebook berichten, machten die Besucher ihren Unmut über diese Entschuldigung lautstark mit Buh-Rufen in Richtung Bühne Luft. Gegen 23 Uhr war das Veranstaltungsgelände aber vollständig geräumt.

+++ Auch in anderen Teilen des Ruhrgebiets hatte das Gewitter starke Auswirkungen +++

Die Polizei hat den Unfallort beschlagnahmt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und wird am Montag die Bühnenteile untersuchen.

Polizisten mit Helm und Schutzweste inspizierten am späten Samstagabend die Bühne, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die LED-Wand lag zertrümmert neben der Bühne.

Die Besucher versuchten am Freitagabend, den Abbruch nicht allzu schwer zu nehmen:

Auch die Räumung soll gut geordnet abgelaufen sein:

Jörg Kachelmann äußert sich zu dem Unglück

Auch Meteorologe Jörg Kachelmann hat sich bereits zu dem Vorfall geäußert.

Laut ihm hätten die Veranstalter die Lage um 20.40 Uhr erkennen und das Konzert rechtzeitig abbrechen müssen.

Deutscher Wetterdienst hatte Unwetterwarnung herausgegeben

Tatsächlich hatte der Deutsche Wetterdienst gegen 19.30 Uhr eine Unwetterwarnung herausgegeben. Warum das Konzert daraufhin nicht abgesagt, sondern zunächst nur unterbrochen worden war, ist noch offen. (db/lin/göt/ak/mb mit dpa)

 
 

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