Markt mit Elektrorädern boomt in Essen

DerWesten
Walter Müller (links) und Alfred Kilzer (rechts) haben Pedelecs und E-Bikes getestet.
Walter Müller (links) und Alfred Kilzer (rechts) haben Pedelecs und E-Bikes getestet.
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Noch vor kurzem, da guckte mancher dumm, wenn Alfred Kilzer an ihnen vorbeiradelte, erzählt der begeisterte Fahrer. Immerhin wird er bald 85 Jahre alt. Als er sich vor drei Jahren sein Pedelec kaufte, ein Rad mit Motor also, waren diese noch recht unbekannt.

Jetzt hat er sich ein E-Bike geliehen, das die Verkehrswacht dem Seniorenbeirat zur Verfügung gestellt hat. Eines, bei dem die Motorleistung wie beim Mofa geregelt wird: Gas gibt man mit einem Griff am Lenkrad. Drei E-Bikes bekam die Verkehrswacht vor einem Jahr gesponsert. „Der Markt boomt“, sagt Karl-Heinz Webels Vorsitzender der Verkehrswacht.

Nicht nur Senioren sehe man immer häufiger mit E-Bikes auf den Straßen. Was Webels gleichzeitig Sorge bereitet: die Unfallgefahr. So müsste mancher zum Beispiel lernen, wie er sich auf dem angetriebenen Rad verhält, wenn der Untergrund holprig wird. Und immer wieder rät Webels: Helm tragen.

Für jeden geeignet

Die drei Leih-Räder der Verkehrswacht sind nun nach einem Jahr im „Planet of bikes“ auf Vordermann gebracht worden. Nach der Inspektion denkt Webels darüber nach, wer sie als nächstes bekommt: das Tiefbauamt vielleicht. In der ersten Runde profitierten bereits Grün und Gruga sowie Mitarbeiter aus dem Rathaus.

„Geeignet ist es für jeden“, sagt Tester Walter Müller. Der 73-Jährige will sein altes Rad noch behalten und ausschließlich selbst strampeln. Aber ein E-Bike sei eine Erleichterung, ob bei Wind oder Steigungen. Allerdings ordentlich schwer, hat er festgestellt, als es die Treppen am Wehr in Werden hoch und wieder herunter schleppte.

Alfred Kilzer will mit seinem Pedelec körperlich fit bleiben und an der frischen Luft sein. Was beide Tester vor dem Kauf raten: die Modelle unbedingt ausprobieren. Dem 84-Jährigen reiche das Pedelec. Strampelt er nicht, tut sich nichts. Gas gibt er mit den Füßen und erhält Unterstützung. Mehrfach in der Woche, wenn er die 21 Kilometer von seiner Garage im Stadtwald zum Haus Scheppen radelt.