Margot Käßmann zu Gast beim Evangelischen Stadtkirchentag in Essen - 11 000 Besucher

Die „HeiSingers“ begeisterten auf der Hauptbühne Kennedyplatz. Ulrich von Born
Die „HeiSingers“ begeisterten auf der Hauptbühne Kennedyplatz. Ulrich von Born
Foto: WAZ FotoPool
Über 11 000 Besucher kamen zum zweiten Evangelischen Stadtkirchentag auf den Kennedyplatz. Erleben konnten sie u.a. die ganze Bandbreite des evangelischen „Lagers“ und eine glänzend aufgelegte Margot Käßmann.

Essen.. Er war eindrucksvoll, der zweite Evangelische Stadtkirchentag nach 2001. Über 10 000 Menschen feierten mit den Aktiven auf dem Kennedyplatz und darum herum am Samstag bei himmlischem Sommerwetter und erlebten nicht nur unzählige Begegnungen, sondern auch eine fast schon umjubelte Rede der ehemaligen Bischöfin Margot Käßmann, dem „Popstar“ der evangelischen Kirche. Der verregnete Sonntag wurde u.a. zusammen mit Dietrich Grönemeyer und 800 Gästen in der intimen Atmosphäre der Kreuzeskirche begangen. Ein Wochenende getreu dem Festmotto: „Ein Fest zwischen Himmel und Erde“.

Biker, Jugendliche und die „Stars“

Alle waren sie gekommen, um mitzumachen, die zahlreichen und oft so unterschiedlichen Mitstreiter aus den 27 Gemeinden in Essen, Diensten des Kirchenkreises, mehrerer diakonischer Einrichtungen und der Evangelischen Jugend. Motorradpfarrer Heiner Mausehund von der Christlichen Motorradgruppe Königssteele rollte auf einer 1200er BMW an. Die 54 Kitas präsentierten ihre Arbeit in einem der dreizehn Themenzelte (Kennedyplatz). Die Jugend tauchte die Fassade des Hauses der Evangelischen Kirche und den benachbarten Salzmarkt mit u.a. Chill-out-Zelt in ein Willkommens-Pink. Auf einer kleinen Bühne zeigten Jungen und Mädchen aus verschiedenen Jugendhäusern und -gruppen der Stadt, was sie können. Die große Bühne auf dem Kennedyplatz war den „Stars“ wie Margot Käßmann, Jochen Malms­heimer oder Stefan Stoppok vorbehalten. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. „Rund 600 Menschen haben mitgewirkt“, freut sich Kirchensprecher Stefan Koppelmann. Sein Chef, Superintendent Irmenfried Mundt: „Wir haben Geld, Zeit, Energie und vor allem ganz viel Herz eingebracht. Das Ergebnis zeigt, dass sich diese Investitionen gelohnt haben.“

Dabei sind die Zeiten schwierig. Gläubige laufen davon, die Einnahmen sinken und man musste in den vergangenen Jahren in vielen Stadtteilen schmerzhafte Schließungen miterleben. Davon – und das verwunderte beim Rundgang – ließen sich Teilnehmer und Besucher nicht die Laune verderben. Präsent war der Aderlass nicht. Die Organisatoren sagen: „Wir haben die Einschnitte, wollen uns aber hier und heute auf die Stärken konzentrieren. Es geht nicht nur ums Sparen“, so Marion Greve, Vorstand im Kirchenkreis Essen.

Ein mutiges Statement gab die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann ab. Ihr Auftritt vor über tausend Menschen war einer der Höhepunkte des Festes. Nach der – auch für Nicht-Religiöse höchst unterhaltsamen – Bibelarbeit, durften Besucher Fragen auf Zetteln notieren und an die Professorin weitergeben: „Wie finden Sie, dass in Zeiten der Geldnot so eine Sause gefeiert wird?“, lautete eine von denen, die sie laut verlas. Margot Käßmann: „Ich bin überzeugt, dass man gerade in solchen Zeiten einfach ein gemeinsames Fest braucht, nach dem man gestärkt nach Hause gehen kann.“ Der folgende Applaus gab ihr recht.

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