Essen

Mann (28) vergewaltigt Cousine (14): Ihre Mutter wollte, dass er sie heiratet

Peter Sieben
Wegen Vergewaltigung muss sich ein italienischer Staatsbürger vor dem Landgericht Essen verantworten: Er soll Sex mit seiner 14 Jahre alten Cousine gehabt haben - gegen deren Willen. (Symbolbild)
Wegen Vergewaltigung muss sich ein italienischer Staatsbürger vor dem Landgericht Essen verantworten: Er soll Sex mit seiner 14 Jahre alten Cousine gehabt haben - gegen deren Willen. (Symbolbild)
Foto: imago/biky
  • Angeklagter ist vor dem Landgericht Essen geständig
  • Er hat seine minderjährige Cousine vergewaltigt
  • Gerichtsprozess offenbart bizarre Familienkonstellation

Essen. Das ganze Beziehungsgeflecht zwischen Giovanni F.* und seiner Familie mutet bizarr an.

F., der italienischer Staatsbürger ist, muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Essen verantworten: wegen Vergewaltigung. Im Juli 2012 hatte er in Gelsenkirchen Sex mit seiner damals 14 Jahre alten Cousine - gegen deren Willen. Er selbst war damals 28.

Er schlief Zimmer der minderjährigen Cousine

Die Mutter des Mädchens, F.s Tante, soll gewollt haben, dass F. und ihre Tochter eine Beziehung haben und womöglich später einmal heiraten - trotz des beträchtlichen Altersunterschieds und obwohl ihre Tochter da noch ein Kind war.

„Umarm' den Giovanni doch mal, er ist ein netter Mann“, habe die Mutter immer wieder zu ihrer Tochter gesagt.

Länger als ein Jahr wohnte F. bei seinem Onkel und seiner Tante in Gelsenkirchen, schlief im selben Zimmer wie das Mädchen und dessen Schwester. Immer wieder streichelte er die Cousine, ging sie sexuell an - bis es im Juli 2012 dann schließlich zur Vergewaltigung kam.

„Wenn Sie nicht mehr Richter sein wollen, können Sie bei uns anfangen“

Das wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor - und Giovanni F. gesteht das. Jedenfalls, nachdem Richter Volker Uhlenbrock dem Italiener, der sich alles von seiner Dolmetscherin übersetzen ließ, minutenlang erläutert hatte, was ein Geständnis eigentlich ist.

„Das haben sie wunderbar erklärt. Wenn sie mal nicht mehr Richter sein wollen, können Sie jederzeit gern bei uns anfangen“, sagte F.s Verteidiger Andreas Renschler zu Uhlenbruck. Der quittierte das mit einem Schmunzeln: „Vielleicht nach der Rente“.

Sex im Elternschlafzimmer

F., der zusammengesunken auf seinem Stuhl saß, räumte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Es tue ihm leid, dass das passiert sei, sagte er auf italienisch.

Passiert ist die Tat im Schlafzimmer der Eltern des Mädchens. F. lockte sie in den Raum, verschloss die Tür, hielt seine Cousine gewaltsam fest und zog sie aus, während sie sich heftig wehrte

Wer ein Mädchen entjungfert, wird sie heiraten

Als es dann zum Sex kam, wehrte sich das Mädchen so stark, dass er schließlich von ihr abließ: „Da merkte ich, dass das falsch ist, was ich mache“, übersetzt die Dolmetscherin seine Aussage.

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Seinem Onkel habe er anschließend gesagt, was passiert sei. Denn in der Familie sei es so, dass derjenige, der ein Mädchen entjungfere, sie später auch heiraten werde.

Angeklagter hat zwei Kinder in Italien

Nach einem heftigen Streit riss das Mädchen schließlich von zuhause aus und kam in einem Heim unter. F. lebte noch einige Zeit bei Onkel und Tante. Kurios: Seine beiden Kinder, die in Italien leben, besuchten ihn in der Zeit. Von der Mutter der beiden lebte F. in Trennung.

Zu dritt reisten sie dann schließlich nach Italien ab. Dort wurde F. dann schließlich verhaftet.

Die Aussage seiner Cousine fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt.

*Name vollständig geändert, um Rückschlüsse auf Identität des Opfers zu vermeiden