Mahlers Fünfte sensationell gespielt

Eine Eintagsfliege zur Saisoneröffnung? Schon, denn hinter dem wissenschaftlichen Namen „Palingenia“ verbarg sich ein Auftragswerk für die Essener Philharmoniker, das jetzt beim 1. Sinfoniekonzert in Anwesenheit der slowakische Komponistin L’ubica Čekovská aus der Taufe gehoben wurde.

Keine tönende Insektologie erwartete den Besucher, sondern ein klangfarblich differenziertes, apart anzuhörendes Wabern und Weben, zu dem Čekovská, abgesehen vom Experimentalismus, aus unterschiedlichen Wurzeln des 20. Jahrhunderts sog. Ein „Neutöner“, der niemanden vergraulte und mit freundlichem Applaus aufgenommen wurde.

Die Sensation freilich gelang Generalmusikdirektor Tomáš Netopil danach mit einer fulminanten Wiedergabe von Mahlers Fünfter. Die gebrochenen Affekte zwischen Trauermarsch und entfesselter Leidenschaft, zwischen weltentrücktem Adagietto und auftrumpfendem Gassenhauer wusste er in kristalliner Darstellung den glänzend disponierten Philharmonikern zu entlocken, unter denen Horst Westermann (Trompete) und Clara-Christine Hohorst (Horn) stellvertretend herausgehoben seien. Berechtigter Jubel im Alfried-Krupp-Saal für das Orchester und seinen Dirigenten.

 
 

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