Lummerland-Kinder spielen Schach

Wann haben Sie zum letzten Mal Spieler gesehen, die auf dem Freiluft-Schachbrett an der Luciuskirche ihre Züge über die quadratischen Felder gemacht haben? Scheint schon länger her zu sein? Das soll sich aller Voraussicht nach bald ändern. Denn die entsprechenden Spielfiguren sind nach einer längeren Geschichte wieder aufgetaucht und werden zukünftig von Kindern des St. Ludgerus-Kindergartens „Lummerland“ hin- und hergeschoben.

Nachdem im Herbst 2001 die Figuren vom Schachfeld an den Werdener Feintuchwerken aus den Kisten entwendet wurden, fand sich ein Spender, der neue Figuren zur Verfügung stellte. 2002 konnte das königliche Spiel dann endlich wieder unter freiem Himmel stattfinden. Doch irgendwann nagte auch an den Kisten der Zahn der Zeit und so kam es, dass Dietmar Rudert vom Bürger- und Heimatverein die Bauern, die Könige, die Türme und alle anderen Figuren in seinem Keller aufbewahrte.

Dafür, so waren sich Vertreter des Bürger- und Heimatvereins, des Vereins Schachfreunde Werden 1924/80 sowie der Kinderbeauftragte Detlef Symanski einig, seien sie allerdings zu schade. „Wir wollten die Figuren wieder zum Leben erwecken“, sagt Dietmar Rudert, der gemeinsam mit Detlef Symanski beschloss, den Kindern aus dem Kindergarten Lummerland die Figuren zur Verfügung zu stellen. Hier gibt es schließlich seit November 2012 eine Schach-Gruppe, die Praktikant Darius Christiani betreut. Der Freizeitspieler brachte den Kindern die Regeln bei und weckte damit großes Interesse bei den Kleinen.

„Das macht den Kindern nicht nur Spaß, sondern sie üben sich auch in Geduld und im logischen Denken“, weiß Erzieherin Maria Kaspar.

Allerdings beendet Darius Christiani nun bald sein Praktikum, und so muss überlegt werden, wer den Kindern die Schachzüge in Zukunft erklärt. Eine Zusammenarbeit mit den Schachfreunden scheint jedoch nicht ausgeschlossen. Bietet der Verein ohnehin freitags im Jugendzentrum Wesselswerth ein Training für Kinder an. Denn laut Rudolf Zannoni könne mit dem Schachspielen gar nicht früh genug angefangen werden. Das Mitglied des Schachverein weiß: „Wer Weltmeister werden möchte, der sollte schon mit drei Jahren anfangen.“

 
 

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