Lieblingsbild von Berthold Beitz fürs Museum Folkwang

Berthold Beitz 2010 bei der Eröffnung des Museum Folkwang, dessen Neubau die Krupp-Stiftung möglich machte.
Berthold Beitz 2010 bei der Eröffnung des Museum Folkwang, dessen Neubau die Krupp-Stiftung möglich machte.
Foto: WAZ FotoPool
Vier Gemälde aus der Privatsammlung von Berthold Beitz gehen nach Greifswald. Sein Lieblingsbild hatte Beitz aber schon lange fürs Folkwang vorgesehen.

Essen.. Dass Berthold Beitz ein großer Freund und Förderer der Künste war, das hat sich nicht nur im Neubau des Museum Folkwang manifestiert, dessen grandiose Umsetzung durch den britischen Architekten David Chipperfield die Krupp-Stiftung mit 55 Millionen Euro möglich gemacht hat. Man weiß heute, dass die Entscheidung für den Folkwang-Neubau beim Urlaub auf der Insel Sylt fiel. Zwischen Himmel und Meer kam dem Vorsitzenden der Krupp-Stiftung damals die Kunst von Emil Nolde in den Sinn, die auch zur Sammlung des Folkwang Museums gehört.

Nolde-Gemälde für die alte Heimat

Zwei der Nolde-Bilder wie auch zwei Arbeiten des von Beitz hoch geschätzten expressionistischen Malers Karl Schmidt-Rottluff, die zur Privatsammlung des 2013 verstorbenen Krupp-Patriarchen gehören, werden in Zukunft allerdings nicht im Essener Folkwang, sondern als Dauerleihgaben im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald zu sehen sein. In der Nähe des Ortes, in Zemmin, war Beitz 1913 geboren worden, dort verbrachte er auch einen Teil seiner Jugend, bevor er ins Ruhrgebiet kam und hier zum Generalbevollmächtigten von Alfried Krupp wurde. Die Verbindung in die Heimat, wo die Universität Greifswald Beitz unter anderem mit der Ehrendoktorwürde auszeichnete, riss niemals ab.

„Es war nicht die testamentarische Verfügung meines Vaters, aber gewiss ganz in seinem Sinne“, erklärt Beitz-Tochter Susanne Henle. Die Entscheidung für Greifswald soll freilich nicht als Abkehr von Essen verstanden werden, wo seit geraumer Zeit eine lebhafte Debatte darüber läuft, wie man das Andenken des großen Industriellen und Kunstförderers wahrt. Das Museum Folkwang wurde ebenfalls von der Beitz-Familie mit Dauerleihgaben bedacht. Max Beckmanns Gemälde „Clown mit Frauen und kleiner Clown“ von 1950 ist bereits seit einer Weile in der Ständigen Sammlung des Museums zu sehen, bislang allerdings wurde die großzügige Gabe nicht öffentlich gemacht.

Ein Gruppenbild Max Beckmanns

Gerade für das Folkwang Museum habe sich ihr Vater gesprächsweise öfter ein Gruppenbild Max Beckmanns gewünscht, sagt Susanne Henle, „das Lieblingsbild seiner Sammlung, das zwei Frauen und zwei Clowns zeigt. Je nach Stimmung identifizierte er sich gern mit einem der beiden.“

Zu den weiteren Dauerleihgaben gehören die beiden Skulpturen „Etruskischer Krieger“ des italienischen Bildhauers Marino Marini und die Arbeit „Petite Cariatide“ von Henri Laurens. Als Leihgabe soll außerdem ein Landschaftsgemälde von Ernst Ludwig Kirchner an das Museum gehen, das zuvor allerdings noch restauriert werden muss.

Am Freitag will die Krupp-Stiftung außerdem über neue Maßnahmen zur Förderung des Museum Folkwang informieren.

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