Laub türmt sich auf dem Ascheplatz

Frohnhausen.  Knapp 60 Jahre hat der DJK VfB Frohnhausen mit seinen 900 Mitgliedern die Sportanlage an der Hamburger Straße genutzt – dann kam im Jahr 2005 der heftig umstrittene Masterplan Sport, in dem das Ende für die Anlage beschlossen wurde. Unter dem immer größer werdenden Druck der Sparmaßnahmen sah die Stadt sich nicht mehr in der Lage, den renovierungsbedürftigen Sportplatz zu halten. Die Proteste waren heftig – doch sie verhallten ungehört. 2007 rollten endgültig die letzten Bälle über den Ascheplatz – dann zog der traditionsreiche Essener Verein in die Helmut-Rahn-Sportanlage an der Raumerstraße um.

Seitdem gammelt die Anlage an der Hamburger Straße vor sich hin. Ein Zaun schützt vor Vandalismus, ansonsten tut sich seit fünf Jahren nichts. Dabei war einst die Rede davon, die Fläche einer städtebaulichen Nutzung zuzuführen, indem man Wohnhäuser auf dem Areal errichtet. „Von diesen Plänen mussten wir Abstand nehmen“, sagt Udo Smuzcinski von den Sport- und Bäderbetrieben. Das Grundstück lasse sich nicht vermarkten. „Ursprünglich hatten wir uns das anders vorgestellt.“ Doch die Fläche, die für eine Bebauung zur Verfügung stehe, sei zu klein. Gerade mal zwei Doppelhäuser würden dorthin passen. Ein weiterer Umstand schreckt mögliche Investoren ab: „Im Boden befinden sich Altlasten.“ Die seien allerdings völlig ungefährlich, solange man den Boden unangetastet lasse, versichert Smuzcinski.

Trotzdem laufen die Betriebskosten weiter. 3710 Euro im Jahr muss die Stadt für den Grundbesitz zahlen. In Absprache mit den Essener Entsorgungsbetrieben wird der Sportplatz seit geraumer Zeit als Zwischenlager für Laub genutzt. „Auch Schnee wird hier abgeladen“, weiß Smuzcinski. Zahlen müssen die Versorgungsbetriebe dafür nichts. Sie sind ja auch ein städtisches Unternehmen.

Nun wird mit Grün und Gruga darüber verhandelt, ob sie nicht das Grundstück übernehmen und aufforsten wollen. „Eine Grünanlage an dieser Stelle würde sicherlich auf großen Zuspruch bei den Frohnhausern stoßen.“ Über eine solche Anfrage ist bei Grün und Gruga allerdings nichts bekannt: „Aktuell, aber auch in der Vergangenheit, wissen wir nichts über eine Anfrage bezüglich der Hamburger Straße“, wundert sich Ulrike Streich von den Grünbetrieben. Es scheint also, dass sich auch in den nächsten Jahren auf der ehemaligen Sportanlage mitten in Frohnhausen nicht viel bewegen wird. Für die Anwohner sei das doch nicht schlecht, meint Smuzcinski. „Sie können die himmlische Ruhe weiterhin genießen. Ohne Staub, ohne tobende Kinder.“

 
 

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