Essen

Wochenlang gequält: Gruppe soll Freundin eingesperrt und grausam misshandelt haben

Jürgen H., Ilona F., Marco H. und Jacqueline K. (verpixelt von links nach rechts) vor dem Essener Landgericht: Sie sollen ihre Freundin Monica S. tagelang misshandelt zu haben.
Jürgen H., Ilona F., Marco H. und Jacqueline K. (verpixelt von links nach rechts) vor dem Essener Landgericht: Sie sollen ihre Freundin Monica S. tagelang misshandelt zu haben.
Foto: Daniel Sobolewski / DER WESTEN

Essen. Die Anklageschrift liest sich wie ein bizarres Protokoll aus einem Folterkeller: Zwei Frauen und zwei Männer sollen eine gemeinsame Freundin eingesperrt und wochenlang misshandelt und gedemütigt haben. Ilona F. (47), Jacqueline K. (23), Jürgen H. (42) und Marco H. (45) müssen sich deshalb seit Montag vor dem Landgericht Essen verantworten.

Pure Gewaltlust soll die Taten ausgelöst haben

Dabei war offenbar eine Nichtigkeit der Auslöser, der die Angeklagten aus Essen, Duisburg und Bottrop zu den Untaten bewegt haben soll. Vor allem aber scheint es pure Gewaltlust gewesen zu sein, die die vier Angeklagten zur den Taten trieb.

Bei einer gemeinsamen Silvesterfeier im Jahr 2015 eskalierte ein Streit zwischen Ilona F. und der Freundin. Dabei soll F. ihre Kontrahentin mehrfach am Hals gepackt und gewürgt haben.

Opfer musste schlimmste Misshandlungen über sich ergehen lassen

Was nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft dann passierte, ist kaum erklärbar - weil es so unmenschlich ist. Die vier Angeklagten, vor allem aber die mutmaßliche Haupttäterin Ilona F., haben sich nach dem Streit zu immer grausameren Misshandlungen gegen die Bekannte hinreißen lassen. Insgesamt 15 Tage soll F. ihr Opfer in ihrer Wohnung gefangen gehalten haben.

Bereits am Neujahrstag 2016 seien ihr beide Augen blau geschlagen worden. In den folgenden Tagen habe sie erniedrigende Turnübungen vorführen und sich wie ein Hund an den Haaren durch das Wohnzimmer führen lassen müssen. Immer wieder soll sie dabei – teils sogar mit einem Baseballschläger – verprügelt worden sein.

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Schließlich, so heißt es in der Anklage, musste die Gepeinigte sogar eine Tasse Urin trinken und Katzenfutter essen. Als Spitze der Misshandlungen wurde das Opfer gezwungen, mit runtergelassener Hose Turnübungen vorzumachen, während ihr eine Glasflasche rektal eingeführt wurde. Mitangeklagte sollen sie dabei mit dem Handy gefilmt haben.

„Wenn du eine Anzeige machst, töte ich dich“, soll F. gedroht haben. Schließlich konnte die Frau dann aber doch mit Hilfe einer Freundin aus der Gefangenschaft entkommen.

Mutmaßliche Haupttäterin Ilona F. weist alle Vorwürfe von sich

Zum Prozessauftakt gestand Jacqueline K., an einem der Tage an den Misshandlungen beteiligt gewesen zu sein. Auch Jürgen H. gestand, einmal handgreiflich geworden zu sein. Ilona F., die von beiden als Haupttäterin belastet wird, weist jegliche vorgeworfenen Handlungen von sich.

Insgesamt acht Prozesstage wurden vom Essener Landgericht angesetzt. Das Urteil wird für den 24. August erwartet.

 
 

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