Kurt Nowack starb mit 93 Jahren

Die SPD trauert um Kurt Nowack, der nach kurzer Krankheit an seinem 93. Geburtstag am Samstag gestorben ist. „Wir verlieren einen verdienten Politiker, den wir auch nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik als Ratgeber schätzten“, sagt Essens SPD-Chefin Britta Altenkamp. Der gelernte Schlosser, der später im Bergbau und als Gewerkschaftssekretär arbeitete, gehörte der SPD fast 70 Jahre an. Er errang Wahlerfolge, die auch in den großen Zeiten der Sozialdemokratie aufmerken ließen: Dreimal zog er in den Landtag ein, 1980 errang er in seinem Wahlkreis das beste Ergebnis in NRW – erwarb sich den Beinamen „Mister 71 Prozent“.

1976 schmähte ein CDU-Politiker Nowack als Beispiel für die „Filzokratie“ von SPD und Gewerkschaften. „Doch Nowacks Filz besteht aus einer Vielzahl zwischenmenschlicher Beziehungen und guter persönlicher Kontakte zu seinen Wählern im Wahlkreis Altenessen“, heißt es damals im Porträt der Woche des Landtags. Er sei „unprätentiös“ und kenne kein Karrieredenken: Vielmehr habe er stets da Verantwortung übernommen, wo er gebraucht wurde.

Bis zum jetzigen Klinikaufenthalt war Kurt Nowack nur leicht pflegebedürftig und lebte zu Hause. Er war 61 Jahre mit seiner Frau Erni verheiratet, die 2008 verstarb. Er hinterlässt seine zweite Frau Brigitte, vier Enkel und drei Urenkel. Seinen einzigen Sohn Willi Nowack, der als SPD-Ratsfraktionschef viele Jahre die Essener Stadtpolitik entscheidend prägte, werde der Verlust schwer treffen, glaubt Altenkamp: „Sie waren sich sehr nah.“

 
 

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