„Kunstspur“ sorgt für ein kreatives Treffen unter Freunden

Kunst mit Nadel und Faden zeigt Gisoo Kim an der Paulinenstraße.
Kunst mit Nadel und Faden zeigt Gisoo Kim an der Paulinenstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
  • 300 Essener Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich an der jährlichen Aktion
  • Nach den Ateliers im Essener Süden sind am kommenden Wochenende die Kunstorte im Norden zu besichtigen
  • Projekt soll den Austausch zwischen Künstlern und möglichen Käufern lebendiger machen

Essen..  Steinskulpturen reihen sich neben farbige Collagen, Fotografien von Insekten, abstrakte Bilder und prasselnde Öfen. Die Stimmung in der Werkstatt für Kamine von Gudrun Quincke ist ruhig und entspannt, im Innenhof empfangen die sechs Künstler die ersten Besucher.

Mehr als 300 Essener Künstler öffnen im Rahmen der Reihe „Kunstspur“ wieder ihre Ateliers, Werkstätten und Wohnungen für Interessierte. Den Auftakt machten am Wochenende die Kreativen im Essener Süden, am kommenden Wochenende sind die Maler, Fotografen und Zeichner von Bergerhausen bis Borbeck, von Kray bis Schonnebeck an der Reihe. Mal führt der Weg zur Kunst dabei auf einen stillen Hinterhof, mal in ein sonst ganz verborgenes Refugium wie das Gartenatelier von Friederike Pfitzner, wo man der Bredeneyer Künstlerin gleich bei der Arbeit zuschauen konnte.

„Leute kommen nicht von alleine“

Die „Kunstspur“ findet in diesem Jahr bereits zum 18. Mal in Folge statt. „Ich finde das Projekt Kunstspur und unsere Location, hier in der Werkstatt von Gudrun Quincke, großartig. Wir haben uns bemüht, dass für jeden etwas dabei ist“, sagt David Kumpernas. Der gelernte Fotograf hat einige seiner Collagen speziell für die Kunstspur angefertigt, „andere gab es schon“, erzählt der 46-Jährige.

„Die Kunstspur ist für mich wie ein Treffen unter Freunden, wir überlegen gemeinsam, welche Kunst wo am besten wirkt. Gestern haben wir zum Beispiel alles nochmal umgestellt“ sagt Gudrun Quincke und deutet auf die Skulpturen von Elham Vahdat, die nun ihren Platz auf dem Innenhof vor der dunkelgrünen Gartenhecke gefunden haben. „Ich nehme nun schon seit zehn Jahren an der Kunstspur teil und es macht jedes Mal Spaß, die Werkstatt so umzugestalten, dass hier mehrere Künstler ausstellen können“, erzählt die 58-jährige Ofenbaumeisterin, die in ihrer Werkstatt Kamine, Öfen und Keramik entwickelt und konzipiert. „Jeden Sommer, wenn es Zeit zur Anmeldung ist, überlegen wir kurz und entscheiden uns dann doch jedes Mal, wieder teilzunehmen“, sagt die Essenerin.

Auch Christiane Bockx möchte nächstes Jahr erneut mitmachen. Sie stellt ihre Bilder in ihrem eigenen Atelier aus, darunter sind fotorealistische Werke und Aktzeichnungen. „Ich bin bestimmt schon zum 15 Mal dabei, für mich ist die Kunstspur eine kreative Meile, wo es einfach dazugehört jedes Jahr mitzumachen“, sagt die Essenerin. „Man muss sich aber auch um viele Sachen kümmern, die Leute kommen ja nicht von alleine.“

Sandra Dimanski aus Altendorf besucht zum zweiten Mal die Kunstspur. „Ich finde es toll, dass man sich je nach Interesse in der ganzen Stadt in den Ateliers der Künstler umschauen kann und so ein Austausch zwischen Künstler und Besucher gelingt.“

 

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