Kulturhauptstadt-Schilder sind abmontiert

Nikolaos Georgakis
Nun ist die Kulturhauptstadt endgültig museumsreif: Das Eingangsschild der Ruhr.2010 wurde abgeschraubt. Foto: Manfred Vollmer
Nun ist die Kulturhauptstadt endgültig museumsreif: Das Eingangsschild der Ruhr.2010 wurde abgeschraubt. Foto: Manfred Vollmer

Essen. Wer mit Wehmut auf das vergangene Kulturhauptstadtjahr blickte, dessen Sehnsucht bekam kurz vor der Ruhrtalbrücke auf der A40 ständig neue Nahrung. „RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ stand da etwas neben der Spur bunt und großplakatig auf 2,40 mal 3,60 Meter. Und damit wir unseren Stolz als Bannerträger für die gesamte Region selbst oder gerade den auswärtigen Autobahnvorbeifahrern mit auf den Weg geben konnten, war drei Jahre lang das Gleiche noch mal auf Englisch zu lesen: „European Capital of Culture“. Yes, wir konnten!

Zurück in die braun-weiße Zukunft

Nun, 34 Wochen nach dem Ende des Kulturhauptstadtjahrs, wurden die zehn sogenannten Eingangsschilder in die Regionen wieder abgehängt. Ebenso die 37 kleinen Reiter (1,20 mal 0,60 Meter), auf den nur der Schriftzug „RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ passte. Das Aufstellen der Aushängeschilder kostete im September 2008 insgesamt 37.000 Euro. Der Abbau war mit den Landesbetrieben Straßen.NRW und dem Regionalverband Ruhr (RVR) eigentlich bis Mitte des Jahres vereinbart gewesen, zog sich aber bis diese Woche hin.

Und wie sieht die Zukunft an den Rändern unserer Autobahnstrecken aus? Wir bekommen die braun-weiße Touri-Tafeln wieder zurück, im Beamtendeutsch auch „Touristische Unterrichtungstafeln“ genannt. Diese werben etwa mit dem Motiv des Weltkulturerbes Zollverein im Piktogrammstil.

Eines der alten Kulturhauptstadt-Eingangschilder und ein kleines kommen ins Ruhr Museum. Das ist beschlossene Sache. Fünf weitere werden für einen wohltätigen Zweck zusammen mit einer Boulevard-Zeitung versteigert. Des Weiteren wurden die großen Schilder den Städten kostenlos angeboten. Aus dem Büro der Ruhr.2010 GmbH am Stadtgarten heißt es, Ennepetal, Recklinghausen, Wesel und Unna hätten bereits Bedarf angemeldet. Von Essen jedoch, sei noch keine Rückmeldung eingegangen. Zum Glück soll Zuspätkommen in diesem Fall aber nicht bestraft werden. „Wenn Essen als ehemaliger Bannerträger sich meldet, dann bekommt es schon ein Schild.“ Wie gesagt, man müsste sich nur melden.

Weitere Infos unter www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de