„Willi Winzig“ ist aktueller denn je

Was ist er doch für ein Schelm: Thomas Glup mit original Heinz-Erhardt-Brille.
Was ist er doch für ein Schelm: Thomas Glup mit original Heinz-Erhardt-Brille.
Foto: WAZ FotoPool
Schon seit Schulzeiten ist Thomas Glup als Heinz-Erhardt-Imitator unterwegs. Nun schlüpft der Essener Schauspieler und Entertainer in die Paraderolle seines Idols: Als Willi Winzig ist er ab dem 26. März in der Komödie „Das hat man nun davon“ im Theater im Rathaus zu sehen

Essen.. „Auf dieses Stück habe ich seit der achten Klasse gewartet.“ Man kann kaum glauben, dass es so lange gedauert hat, bis Thomas Glup, als Essens Heinz Erhardt längst eine Institution, die Rolle seines großen Idols spielen durfte, die zum Synonym für den rundlichen Komiker wurde: Denn in „Das hat man nun davon“ hatte er seinen ersten Auftritt als Willi Winzig. Am 26. März feiert Glup mit diesem Stück Premiere.

Dass Willi Winzig – nicht zuletzt auch wegen der Filme – ebenso bekannt geworden ist wie Heinz Erhardt selbst, liegt nahe: „Im Prinzip ist Willi Winzig Heinz Erhardt“, meint Glup, der schon seit Schulzeiten mit Heinz-Erhardt-Abenden sein Publikum begeistert. „Beide sind die Personifizierung des Kleinen Mannes“. So auch in dem Stück, das wiederum auf die Bühnenkomödie „Wem Gott ein Amt gibt“ von Wilhelm Lichtenberg beruht: Der kleine Finanzbeamte will darin einer heimlich verehrten Tierärztin aus einer finanziellen Notlage helfen, indem er ihre Unterlagen verschwinden lässt. Als dies herauskommt, droht ihm sein Dienstherr, seine Pension wegzunehmen. Ein befreundeter Jurist gibt Winzig daraufhin den Rat, sich verrückt zu stellen, damit er als unzurechnungsfähig gilt und damit die Ansprüche behält. Doch seine Ausbrüche bringen ihm einiges mehr ein als seine Pension…

Ein Stück mit Retro-Charme

„Das Stück ist aktueller denn je“, findet Regisseur Niklas Heinecke. „Es steckt eine Gesellschaftskritik darin, die zur heutigen von Finanzkrisen und prominenten Steuerhinterziehern geprägten Zeit besser passt als zur Entstehungszeit der Komödie.“ Vor allem sei das Stück aber „ziemlich lustig“.

Heinecke und Glup, die zum ersten Mal zusammen arbeiten, waren sich dabei ziemlich schnell einig, dass man trotz des heute noch zeitgemäßen Stoffs das Stück in den späten 60ern belassen will. „Wir verleihen dem Ganzen richtigen Retro-Charme“, verspricht der Regisseur, der weiß, dass die Arbeit mit Glup ganz besonders ist: Denn wer den Entertainer und Schauspieler kennt, der weiß, dass er gerne mal aus der Rolle ausbricht und mit dem Publikum scherzt.

Eine Lebensaufgabe

Das Stück wurde für Heinz Erhardt übrigens fast so was wie eine Lebensaufgabe. „Knapp 1000 Mal stand er darin auf der Bühne“, sagt Glup bewundernd. Zudem diente das Stück als Vorlage für den Film „Was ist denn bloß mit Willi los?“, der so erfolgreich war, dass er drei Fortsetzungen nach sich zog.

Ob Glup ebenso oft wie Erhardt den Winzig gibt, mag er nicht voraussehen, zumal die Erfahrung zeigt: „Wenn ich mit einem Ensemble auf der Bühne stehe, kann ich das nicht zu lange machen – dann drängt es mich wieder nach Soloabenden.“ In diesen darf er dann wieder ganz allein der Schelm sein. „Auch wenn ich dann wieder mein Ensemble um mich haben will“, lacht er.

 
 

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