Michaela Schaffrath spielt in Essen bei "Zärtliche Machos"

Michaela Schaffrath und Hans-Jürgen Bäumler in „Zärtliche Machos“.
Michaela Schaffrath und Hans-Jürgen Bäumler in „Zärtliche Machos“.
Michaela Schaffrath ist zurzeit im Theater im Rathaus an der Seite von Hans-Jürgen Bäumler und anderen Männern in „Zärtliche Machos“ zu erleben. Im Verlauf des Stücks, wenn ihr das Skript erlaubt, aufzudrehen, findet sie schnell in ihre Rolle als tapsige Verführerin mit Dorfpomeranzen-Charme.

Essen.. In Sachen Originalität hat sich René Heinersdorff nicht gerade überschlagen, als er „Zärtliche Machos“ geschaffen hat. Aber immerhin bietet die Boulevardkomödie, die am Freitag ihre Premiere im Theater im Rathaus feierte, solide, ganz auf Hans-Jürgen Bäumler zugeschnittene Unterhaltung. Auch Ex-Pornoqueen Michaela Schaffrath schlägt sich in ihrem Bühnendebüt passabel.

Schaffrath mimt die naive Cecilia, die Asyl sucht in der benachbarten Mehrgenerationen-Männer-WG: Der Vermieter will sie ob ihres kleinen Privatzoos in der Wohnung vor die Tür setzen. Doch Opa, Vater und Sohn wollen keine Frau bei sich dulden.

Die richtige Besetzung

Ein Plot, der am Reißbrett zu entstanden sein scheint, muss ja nichts Schlechtes sein in einem Unterhaltungsstück. Und tatsächlich funktioniert das Stück über weite Strecken ziemlich gut, was vor allem dem Charisma von Hans-Jürgen Bäumler zu verdanken ist. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie gibt er den machohaften Charmeur mit Herz am rechten Fleck. Einen idealen Konterpart bietet da Mogens von Gadow als schlitzohriger Opa, von dessen Lästerattacken Waldorf und Statler von den Muppets noch einiges lernen können. Bühnenneuling Michaela Schaffrath hat es da anfangs schwer mitzuhalten. Gerade am Anfang, als sie in grünen Latzhosen als betont brave Ökotussi auftreten muss, wirkt sie etwas hölzern. Doch im Verlauf des Stücks, wenn ihr das Skript erlaubt, aufzudrehen, findet sie schnell in ihre Rolle als tapsige Verführerin mit Dorfpomeranzen-Charme.

Mit der Besetzung hat Regisseur und Autor René Heinersdorff also den richtigen Riecher gehabt, auch wenn Jungschauspieler Werner Michael Dammann als Sohn Philipp nur wenig Profilierungsraum bleibt. Die Pointen, die übrigens zuweilen tief fliegen, gehören klar den anderen drei Darstellern. Zielsicher attackieren sie das Zwerchfell und landen immer wieder direkte Treffer. Auch wenn sich Schaffrath züchtig gibt, gibt zumindest im Text die ein oder andere Frivolität, die zart besaitete Seelen vielleicht erröten lassen, beim Großteil des Publikums allerdings wohl eher lautes Schenkelklopfen auslösen wird. Somit sind eigentlich alle Zutaten gegeben, um das Stück bei den Komödien liebenden Stammgästen des Theaters im Rathaus zum Hit werden zu lassen.

  • Bis 25. März. Info und Karten unter Tel.: 0201/24 555 55 oder

 
 

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