Kunst-Guerrilleros bei Hacking the City

Hacking the City
Hacking the City
Foto: WAZ

Essen.. Wer auf die Internetseite www.hackingthecity.org klickt, wird gestört. Es ist, als wäre der Leser gerade selbst Opfer eines Hackers geworden. Fremde Seiten über Datenschutz, Videoüberwachung und SCHUFA-Daten öffnen sich. Es sind informative Einbrüche in den Alltag unserer Datengesellschaft.

Und ein erster Hinweis auf das Thema von „Hacking the City“: Das Ruhr2010-Projekt des Museum Folkwang beschäftigt sich mit veränderten Strukturen im öffentlichen Raum. Überall und jederzeit werden unsere Daten gesammelt und gespeichert. Wer weiß was über wen, ist deshalb die Ausgangsfrage der experimentellen Ausstellung, die zum Kulturhauptstadtprojekt der RuhrKunstMuseen „Mapping the Region“ gehört.

Bildende Künstler, Kommunikationsguerilleros, Web-Designer, Street-Artisten und Musiker hat Kuratorin Sabine Maria Schmidt eingeladen, darunter zum Beispiel die Performance-Künstler Michelle Teran oder die „Mediengruppe Bitnik“ aus Zürich. Es sind keine Namen, die auf dem klassischen Kunstmarkt gehandelt werden. Und auch die Ausstellung selbst fällt aus dem musealen Rahmen. Die Künstler intervenieren im öffentlichen Raum, ihre Projekte finden nicht im Museum, sondern auf der Straße statt.

Wenn Künstler die Stadt bespielen

Vom 16. Juli bis 26. September greifen die Künstler in den Essener Alltag ein. Im Sinne des „kulturellen Hackings“ stören sie, irritieren, entfernen Bekanntes, fügen Neues hinzu und verfolgen Strategien des Sichtbarmachens. Es wird Stadtspaziergänge geben, bei denen Kamerabilder abgezapft werden, eine Augentrost-Ambulanz, die von der Reizüberflutung heilen will, oder historische Streikaufrufe mit der Gruppe „M+M“.

Zu viele Details will Schmidt noch nicht verraten. Sonst klappt’s nicht mehr mit der Irritation. „Wir gehen rein ohne Ankündigung“, erklärt sie. Um schöne Bilder oder Event-Produktion gehe es ihr dabei nicht. „Die pointierte Form ist mir wichtig“, sagt die Folkwang-Kuratorin. Von Kunst erwarte sie generell eine gewisse Schärfe: „Sie muss wunde Punkte unserer Gesellschaft treffen.“

 
 

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