Junge Kunst am Moltkeplatz geht in die dritte Runde

Junge Kunst auf dem Moltkeplatz:Monika Stricker in ihrer Arbeit „I KNOW IT IS A METAPHOR“. Foto: Kerstin Kokoska
Junge Kunst auf dem Moltkeplatz:Monika Stricker in ihrer Arbeit „I KNOW IT IS A METAPHOR“. Foto: Kerstin Kokoska
Foto: WAZ FotoPool
Mit einer Skulptur der Düsseldorfer Künstlerin Monika Stricker geht die Reihe „Junge Kunst“ am Moltkeplatz in die dritte Runde. Dieses Mal war die Kulturstiftung Essen, nach der Kunststiftung Düsseldorf im vergangenen Jahr, mit im Boot. Das erste Projekt bestritt man noch ganz aus eigenen Mitteln.

Essen.. Und wieder wird der Moltkeplatz zur Kunst-Spielwiese. Für das dritte Projekt der Reihe „Junge Kunst am Moltkeplatz“ fiel die Wahl der Jury auf die Düsseldorfer Künstlerin Monika Stricker. Sie zeigt ab morgen für ein Jahr ihre Arbeit mit dem etwas sperrigen Titel „I know it is a metaphor“. Eine gläserne Vitrine, darin ein Eimer, Reste eines T-Shirts, angebrannte Streichhölzer. Zwischen der aufgekratzten Erde glitzern Fragmente eines Spiegels. Verglichen mit den vorhandenen Groß-Skulpturen nicht nur eine transparente, sondern in vielerlei Hinsicht offene Arbeit. „Ich biete Bilder an, stehe nicht daneben und spreche,“ sagt Monika Stricker. Allerdings gibt es später noch eine Plakette, die „erläutert“, wenn man das so nennen mag. Die Szene mit den Gegenständen befindet sich in einer Art gläsernem Vakuum, wirkt wie gefroren, lässt Assoziationen an Handlungen zu, die möglicherweise stattgefunden haben können. Dabei wurde nichts dem Zufall überlassen, alles detailliert geplant. Der Boden bearbeitet, die Konstruktion aus Sicherheitsglas auf einer tonnenschweren Stahlplatte befestigt.

Schließlich ist auch diese fragil daherkommende Arbeit nicht nur der Witterung ausgesetzt, sondern möglicherweise auch härteren Belastungsproben ausgesetzt. Bislang habe man aber Glück gehabt, sagt Volker Wagenitz vom Verein „Kunst am Moltkeplatz“, der auch der jungen Kunst dort ein Forum bietet. In den letzten drei Jahren wurden die temporären Kunstwerke nicht beschädigt. Immerhin. Und Monika Stricker? Wenn die Vitrine vielleicht Graffiti bekäme, sähe sie das eher wie Regen- oder Schneespuren, Laub oder Moos im Park. Die Konstruktion ist schwer und haltbar. hält aber doch nicht alles aus. „Die Anwohner werden zunächst ein Auge darauf haben“, sagt Volker Wagenitz. Denn an alles Neue müsse man sich gewöhnen.

Vernissage heute um 15 Uhr

Dankbar ist der Verein, dass es auch Mittel von Dritten gab, die Aktion zu stemmen. Dieses Mal war die Kulturstiftung Essen, nach der Kunststiftung Düsseldorf im vergangenen Jahr, mit im Boot. Das erste Projekt bestritt man noch ganz aus eigenen Mitteln. Die Vernissage beginnt heute Nachmittag um 15 Uhr. Sabine Maria Schmidt, führt in das Werk ein. Die frühere Kuratorin für Zeitgenössische Kunst am Museum Folkwang war auch in der Jury, die schließlich Monika Stricker und ihre Arbeit auswählte.

Am 12. Mai findet die nächsten Ausgabe von „Kunst im Wohnraum“ im Moltkeviertel statt. Von 14 bis 17 Uhr öffnen Privatleute ihre Wohnungen und stellen Künstler vor.
Monika Stricker: bei Lambrecht-Wagenitz, Moltkeplatz 9.
Fischli & Weiss und Christoph Rütimann: bei Pues, Moltkeplatz 5.
Johanna Schwarz: bei Bodenstein-Kampkötter, Moltkeplatz 9.
Anne Berlit: bei Allekotte-Dommbach, Semperstr. 21
Stephan v. Knobloch: bei Stachelhaus, Ruhrallee 10. Info: www.kunst-im-wohnraum-essen.de

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