Inklusives Musical im Colosseum will Mut machen

Werben für das inklusive Tanzprojekt: (v.l.) Hans-Joachim Graef (Graef Advertising GmbH), Bodo Kalveram (Jobcenter Essen), Klaus Peters (Arbeitsagentur Essen), Harry Krogull (Patsy & Michael Hull Foundation).
Werben für das inklusive Tanzprojekt: (v.l.) Hans-Joachim Graef (Graef Advertising GmbH), Bodo Kalveram (Jobcenter Essen), Klaus Peters (Arbeitsagentur Essen), Harry Krogull (Patsy & Michael Hull Foundation).
Foto: Funke Foto Services
Im September feiert ein ungewöhnliches Tanzprojekt im Colosseum Premiere. Behinderte und nichtbehinderte Darsteller stehen gemeinsam auf der Bühne.

Essen. Im Colosseum-Theater findet am 18. September die Premiere eines etwas anderen Musicals statt: „Grand Hotel Vega$“ ist ein Inklusions-Musical, bei der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam eine wilde Geschichte über Liebe, Intrigen und die Welt der Mode und des Glamours inszenieren.

Nach dem Premieren-Auftritt in Essen geht es für die etwa 80 Darsteller des Stamm-Ensembles in neun weitere deutsche Städte, wo sie jeweils von etwa 80 bis 140 Darstellern aus der Region unterstützt werden. Das Musical ist ein Projekt der Patsy & Michael Hull Foundation, kommt aus Osnabrück und ist bereits deren viertes, jedoch größtes inklusives Musical. Zum ersten Mal wird es bundesweit aufgeführt. Neu ist dieses Jahr die Jobmesse Inklusion, die vor dem Musical ebenfalls im Colosseum-Theater stattfindet: Hier begegnen sich Unternehmen und Menschen mit Behinderung, um sich auf Augenhöhe kennenzulernen und um Talente zeigen und entdecken zu können. Die Jobmesse beginnt morgens, um dann am Abend mit dem Musical „Grand Hotel Vega$“ einen krönenden Abschluss zu erleben.

Messe soll Unsicherheit nehmen

Ziel des Projektes sei es, dass Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen über sich hinaus wachsen, ungeahnte Talente entdecken sowie Selbstvertrauen und Selbstständigkeit entwickeln, erklärt Harry Krogull von der Patsy & Michael Hull Foundation. Er berichtet, dass sich die Auftritte sogar positiv auf die Gesundheit ausgewirkt hätten: Der Hauptdarstellerin Melissa soll der Arzt eine Besserung einer schweren Krankheit bescheinigt haben.

Das Projekt soll aber nicht nur den Darstellern mit Behinderung gut tun, die über die Hälfte des Ensembles ausmachen. Menschen ohne Behinderung sollen lernen, dass sie mit ihren gehandicapten Mitmenschen ganz normal und unvoreingenommen umgehen können. Der Förderung dieses Umgangs ist auch die Jobmesse gewidmet: „Bei den Arbeitgebern herrscht oft große Unsicherheit was Behinderte betrifft“, sagt Bodo Kalveram, Bereichsleiter des Jobcenters. Die Messe soll diese Unsicherheit nehmen und zeigen, dass Menschen mit Behinderung hoch talentierte Fachkräfte und eine Bereicherung für den Betrieb sein können.

Krogull erklärt, warum gerade Essen als Standort für das Musical und die Messe ausgewählt wurde: „In einigen Städten stieß ich auf Skepsis oder sogar Ablehnung; hier fühle ich die Begeisterung.“ Außerdem sei das Colosseum-Theater durch seine Auslegung auf etwa 2000 Zuschauer, die Räumlichkeiten für die Jobmesse sowie seine Barrierefreiheit gut geeignet. Das Inklusions-Projekt soll demnächst europaweit stattfinden.

Karten (24,49-30,32 Euro) für die Show sind unter erhältlich; Die Messe beginnt am selben Tag um 10 Uhr, der Eintritt hierfür ist frei.