„Der Seher“ bringt den Tod

Michael Hoch als „Der Seher“.
Michael Hoch als „Der Seher“.
Foto: Wolfs Reviertheater
Klaus-Peter Wolf hat sich als Krimi- und Drehbuchautor einen Namen gemacht. Die Theatergruppe „Wolfs Reviertheater“ bringt seit 2006 seine Stücke auf die Bühne. Am Freitag feiert sein neuestes Werk „Der Seher“ seine Uraufführung auf der Essener Rü-Bühne.

Klaus-Peter Wolf ist mehr als nur ein Krimiautor, der mit Werken wie „Ostfriesenfeuer“ etliche Bestseller schrieb. Auch als Drehbuchautor und Aktionskünstler machte sich der gebürtige Gelsenkirchener einen Namen. Auch wenn er heute in der ostfriesischen Stadt Norden lebt, hat er im Ruhrgebiet seine Spuren hinterlassen: Die freie Truppe „Wolfs Reviertheater“, die er 2006 zusammen mit dem Duisburger Künstler und Journalisten Michael Hoch gründete, feiert am Freitag mit ihrem neuen Stück „Der Seher“ eine Uraufführung in der Rü-Bühne.

Immer nah dran an seine Protagonisten ist Klaus-Peter Wolf gewesen. Das galt schon 1977, als er für die Ruhrfestspiele ein Stück über Arbeiter in Gelsenkirchen schrieb, die wegen einer geplanten Werksschließung ihren Job verlieren sollten. Bei der Inszenierung standen die Arbeiter selbst auf der Bühne. Und um den Roman „Dosenbier und Frikadellen“ authentisch zu gestalten, lebte er mit einer kriminellen Jugendbande zusammen.

Dieser Arbeitsweise ist Klaus-Peter Wolf treu geblieben – auch in „Der Seher“ ist diese Art der selbst gewonnenen Lebenserfahrung eingeflossen. Gut 100 Stunden verbrachte Klaus-Peter Wolf in der Praxis eines Hellsehers und Geistheilers, um für ein Fernseh-Drehbuch zu recherchieren, das jedoch nie realisiert worden ist.

Dafür, dass diese Arbeit dennoch nicht umsonst war, hat das Ensemble um Michael Hoch gesorgt: „Ich habe aus dem Skript von Klaus-Dieter Wolf eine Bühnenfassung gemacht“, sagt Hoch, der in dem Stück auch Regie und die Hauptrolle übernommen hat.

Er spielt den Geistheiler und Reikimeister Francesco Martini, der als Geistheiler viele – vor allem weibliche – Patienten hat. Auch die minderjährige Sandra scheint ihm verfallen zu sein. Deren Stiefvater Andreas ist darüber alles andere als glücklich, hält er doch die Heilsversprechungen Martinis schlicht für Humbug. Andreas will dem Seher das Handwerk legen.

Als Sandras Mutter durch einen Unfall ins Koma gerät und die Tochter von Francesco verlangt, sie zu heilen, droht die Situation zu eskalieren. Die Mutter stirbt – und Andreas und Francesco geben sich dafür gegenseitig die Schuld.

„Es ist das das bislang aufwühlendste Stück aus der Feder von Klaus-Peter Wolf“, verspricht Michael Hoch. Auch die für den Autoren typischen Krimielemente fänden sich wieder.

Termine: Freitag, 28. und Samstag, 29. März, Rü-Bühne im Girardet-Haus. Karten: 38 46 766. Infos: www.wolfs-reviertheater.de

 
 

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