„Kugelbunt“ aktiviert die Essener Senioren

Die Senioren haben mit dem Spiel ihren Spaß.
Die Senioren haben mit dem Spiel ihren Spaß.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Essenerin Petra Fiedler hat ein Spiel für Menschen mit geistiger Behinderung entwickelt, das Gedächtnis, Bewegung und Motorik gleichermaßen schult.

Überruhr..  „Das hat Spaß gemacht“, ruft Angelika Pötsch begeistert. Die 62-Jährige ist Bewohnerin des Heinrich-Held-Haus, einer Pflegeeinrichtung für ältere Menschen und Menschen mit geistiger Behinderung, in Überruhr. Angelika Pötsch und acht ihrer Mitbewohner haben mit zwei ihrer Pflegerinnen und der als freien Sozialarbeiterin und Altentherapeutin tätigen Petra Fiedler das Spiel „Kugelbunt“ gespielt. Die 55-jährige Bergerhauserin erfindet seit 25 Jahren Spiele für ältere Menschen und Demenzpatienten. „Kugelbunt ist auf Menschen mit geistiger Behinderung zugeschnitten, es spricht das Gedächtnis, die Bewegung und die Motorik gleichermaßen an“, erklärt Fiedler.

Spielern fällt immer eine Menge ein

Es wird reihum gewürfelt. Zeigt der Würfel einen roten Punkt, darf der Spieler in ein Säckchen, gefüllt mit roten und farblosen Holzkugeln, greifen. Zieht er eine rote Kugel, gibt es eine Aufgabe aus dem Begleitheft zu einem bestimmten Wochenthema, das sich häufig aus der aktuellen Jahreszeit ergibt.

Das aktuelle Thema ist das Schwimmbad: „Was benötigen wir denn, um ein Bad im kühlen Nass zu nehmen?“ fragt Petra Fiedler. Dazu fällt den Spielerinnen und Spielern des Heinrich-Held-Haus dann eine Menge ein.

Weitere Aktionen, neben den Fragespielen, sind Massage-Einheiten, Lieder singen und Bewegungen mit Luftballons und Tüchern. Spätestens wenn die bunten Tücher zum Hit „Sweet Caroline“ geschwenkt werden, kommt richtig Stimmung auf. Die älteren Damen und Herren klatschen und singen ausgelassen mit. Wird eine farblose Kugel gezogen, dürfen alle Spieler in Ruhe durchatmen und sich eine Pause gönnen. Werden den Mitspielern nach einem Wurf Wellen auf dem Würfel angezeigt, dann heißt es reihum: Hoch die Tassen.

Spiel in Einrichtungen vorgestellt

„So kann man spielerisch erreichen, dass die älteren Leute etwas trinken und die Flüssigkeitsaufnahme nicht als Zwang empfinden“, erklärt Petra Fiedler. „Kugelbunt“ ist im Rahmen des Projektes „Demenz und geistige Behinderung“ zwischen 2012 und 2015 von ihr Petra Fiedler und der Heilpädagogin Nicole von Rüden entwickelt worden. Unterstützt wurde sie von der Fachstelle Demenz des Caritasverbandes Gelsenkirchen.

Die Altentherapeutin stellt seit Anfang des Jahres ihr Spiel in Pflegeeinrichtungen vor. „Heute ist es ideal gelaufen. Die Bewohner hatten große Freude und so eine Abwechslung bedeutet auch für die Mitarbeiter des Heinrich-Held-Hauses eine schöne Zeit“, sagt Petra Fiedler.

 
 

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