Künstlergruppe „Freiraum“ ist nicht tot zu kriegen

Galeristin Ricarda Fox mit den Künstlern Christoph Kummerow alias Qumi (l.) und Gigo Propaganda von der Künstlerinitiative FREIRAUM vor ihrer Galerie K29 in der Essener City. Foto: Ulrich von Born
Galeristin Ricarda Fox mit den Künstlern Christoph Kummerow alias Qumi (l.) und Gigo Propaganda von der Künstlerinitiative FREIRAUM vor ihrer Galerie K29 in der Essener City. Foto: Ulrich von Born
Foto: WAZ FotoPool

Essen.. „Freiraum“ ist nicht tot zu kriegen. Auch wenn manche das Ende der Künstlerinitiative nach der gescheiterten „Besetzung“ des DGB-Hauses an der Schützenbahn und der spektakulären Ausmalung und Bespielung der Lukaskirche an der Planckstraße bereits kommen sehen.

„Es geht weiter mit ,Freiraum’ - und mit uns sowieso“, sagen der Essener Graffiti-Star Gigo Propaganda und sein Künstler-Kollege Christoph Kummerow alias Qumi. Beide stellen ab 26. August in der K 29 in der Nord-City aus. „Vorsicht Freiraum“ heißt dann auch beziehungsreich die Doppelschau, mit der Galeristin Ricarda Fox den Ruf ihrer Essener Dependance als Ort für junge und aktuelle Kunst konsequent ausbaut. Dass Fox ihre K 29 auch als Kommunikationsort für das sich neu erfindende Quartier sieht und jetzt auch den Freiräumlern zur Verfügung stellt, war ihr zuzutrauen.

Nur: „Alleine kann man immer nur Anstoß geben, den Anfang machen und letztendlich auf das bekannte Schneeballsystem setzen und hoffen, dass andere auch mitmachen, denn zu ,Freiraum’ gehören etwa 100 Künstler“, so die Galeristin. Sie vergleicht den etablierten Kunstmarkt eher mit einem Kaufhaus, das anbietet, was gerade „gut geht“ oder bereits als vermeintlich sichere Wertanlage hoch gehandelt wird.

„Für manche Künstler sind selbst 500 oder 600 Euro im Monat fast zu viel“

Da stehen junge Leute wie die „Freiraum“-Künstler nicht unbedingt an vorderster Verkaufs-Front. Christoph Kummerow alias Qumi braucht derzeit Räume wie K 29. Gigo Propaganda gehört mit seinen Großformaten vor allem auch im öffentlichen Raum fast schon zu den Etablierten seiner Zunft - und lebt nicht nur mit, sondern auch von seiner Kunst, die längst auch jenseits Essens gefragt ist.

Dass die Grundidee von „Freiraum“, ein Künstlerhaus zu schaffen, wo Kreative auf ganz unterschiedliche Art arbeiten und ausstellen können, nach wie vor für eine Stadt wie Essen attraktiv sei, steht für beide fest. Zunächst sehen sie die etwa 100 Quadratmeter von K 29 als eine Art temporäre Zentrale und Treffpunkt für Essener Künstler und Kreative an. Klar, man braucht mehr Frei-Raum, der vor allem auch bezahlbar ist. „Für manche Künstler sind selbst 500 oder 600 Euro im Monat fast zu viel“, weiß auch Ricarda Fox. Und selbst dann müsse der Vermieter mitziehen, es sei denn, ein Sponsor träte auf den Plan.

Dass ein Abwandern der jungen Künstler und Kreativen für Essen die schlechteste Variante sei, sieht auch der Kulturbeirat so, dem seit einiger Zeit auch „Freiraum“-Aktivist Joscha Hendricksen angehört. Für den Beirat steht fest, dass in der Stadt auch Orte entstehen müssen, wo die kreative Szene „sich bündeln, vernetzen und austauschen kann“. Es heißt, auch im Kulturdezernat habe man die „Freiraum“ -Idee zur Chefsache gemacht. Abwarten.

Eröffnung der Ausstellung „Vorsicht Freiraum“ am 26. August, 18 Uhr. Zu sehen bis 1. Oktober. Info unter www.k29-essen.de. Zur Künstlergruppe „Freiraum“ unter: www.freiraum2010.de

 
 

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