„Krisensitzung Schnee“ im Essener Rathaus

Claudia Pospieszny

Essen. Vertreter von Ebe, Evag, Polizei, Feuerwehr und Tiefbauamt kommen am Dienstag zur einer Krisensitzung zusammen. Ziel ist, neue Strategien für den Winterdienst zu entwickeln. Die Müllabfuhr soll ab Montag wieder reibungslos funktionieren.

Zur „Krisensitzung Schnee“ treffen sich am Dienstag Vertreter von Polizei und Feuerwehr, dem städtischen Tiefbauamt und den Entsorgungsbetrieben und der Evag. Ziel des Gesprächs ist eine Bestandsaufnahme von Pannen in Winterdienst und Öffentlichem Personennahverkehr, aber auch die Suche nach Lösungen und Strategien für kommende Wintereinbrüche. „Ohne Schuldzuweisungen“, so Michaela Lippek vom Presseamt, wolle man diskutieren.

Noch immer türmen sich Schneemassen an den Straßenrändern. Anwohner schieben den Schnee vom Bürgersteig auf die Straße, die Räumfahrzeuge tuen das Ihrige, kehren den Schnee auf die gleichen Haufen. Die Folge: Kaum mehr Parklücken sind zu finden. Zunehmend rücksichtsloser quittieren dies Autofahrer, parken so, dass Straßenbahnen und Busse die durch Schneeberge verengten Straßen nicht mehr passieren können.

So konnten die Linien 145, 147, 155, 164 und 166 im Essener Süden gestern Haltestellen teils nicht anfahren. Wo kein Schnee lag, parkte ein Auto. „Zusätzlich hat uns das Glatteis die Arbeit erschwert. Einige Busse mussten Umleitungen fahren“, erklärte gestern Evag-Sprecher Jens Kloth. Nun arbeite man zusammen mit der EBE daran, der Schneeberge Herr zu werden. Spätestens wenn kommende Woche die Weihnachtsferien enden, werden wieder tausende Schüler morgens an den Haltestellen stehen; dann soll der ÖPNV wieder reibungslos rollen, betont Kloth.

„Wir werden bis zum Samstag alle Touren nachgefahren haben“

Ebenso bemühen sich die Entsorgungsbetriebe, die Ausfälle der Müllabfuhr aufzuarbeiten. „Wir werden bis zum Samstag alle Touren nachgefahren haben“, erklärte Rolf Friesewinkel, Hauptabteilungsleiter bei den Entsorgungsbetrieben (Ebe). Eingesetzt werden in schmalen Seitenstraßen 17 kleinere Laster, um auch die Haushalte zu erreichen, die in den vergangenen Wochen nicht angefahren werden konnten. Zudem hätten zahlreiche Bürger von dem Angebot der kostenlosen Hausmüll-Annahme an den Recyclinghöfen Gebrauch gemacht. „Montag wird alles wieder nach dem gewohnten Einsatzplan laufen“, ist sich Friesewinkel sicher. Von den Ausfällen betroffen waren vorwiegend die Anwohner von Seiten- und Nebenstraßen.

Dass man zu dem Schluss kommen könne, mehr Straßen müssten künftig in den Winterdienstplan aufgenommen und somit von Schnee und Eis befreit werden, mochte Friesewinkel zunächst nicht kommentieren. Prüfen werde man dies nach der harschen Bürgerkritik der vergangenen Tage; auch dieser Punkt werde bei der heutigen Sitzung erörtert. Fest stehe: Den Auftrag zur Erweiterung des Winterdienstes müsse das Tiefbauamt der EBE erteilen. Friesewinkel gab jedoch zu bedenken, dass dies nur gebührenfinanziert geschehen könne, schließlich müsse hierzu mehr Personal eingesetzt, müsse der Fuhrpark für den Winterdienst erweitert werden. Die Kapazität des Winterdienstes reiche für die Straßen der Räum-Klassen A und B, „und das haben wir gut im Griff“, alles was darüber hinaus gehe, müsse sorgfältig geplant werden.

Eine Zahl, die den ungewöhnlich harten Wintereinbruch widerspiegelt, legte nun auch die Feuerwehr vor. Hatte diese im gesamten Winter 2009/2010 insgesamt 85 Einsätze fahren müssen, um Eisbretter und -zapfen von Dächern zu entfernen, so waren es allein in den vergangenen zwei Wochen 300 Einsätze. Die Feuerwehr sei durch dieses erhöhte Aufkommen im Dauerstress, erklärte auch Einsatzleiter Veit Lenke.