Kreuzeskirche wird ab Januar saniert und verschenkt Bänke

Ende gut, alles gut: Rainer Wiesemann, Stefan Schwarz (Amt für Stadterneuerung). Christian Kromberg  (Personaldezernent und Vorsitzender des Bauvereins), Pfarrer Steffen Hunder, Oliver Scheytt (Forum Kreuzeskirche), Pfarrer Thomas Nawrocik, Bauunternehmer Rainer Alt, und Kantor Andy von Oppenkowski (v. l.) stellten das Nutzungskonzept vor.
Ende gut, alles gut: Rainer Wiesemann, Stefan Schwarz (Amt für Stadterneuerung). Christian Kromberg (Personaldezernent und Vorsitzender des Bauvereins), Pfarrer Steffen Hunder, Oliver Scheytt (Forum Kreuzeskirche), Pfarrer Thomas Nawrocik, Bauunternehmer Rainer Alt, und Kantor Andy von Oppenkowski (v. l.) stellten das Nutzungskonzept vor.
Foto: WAZ Fotopool
Engagierte Bürger machten es mit eigenem Geld möglich: Sanierung und Umbau der Kreuzeskirche beginnen im Januar. Weil es für sie in der umgebauten Kirche keine Verwendung mehr gibt, sollen zudem 30 Kirchenbänke verschenkt werden.

Essen.. Ihr Turm wurde schon vor Jahren renoviert, nun ist die Kreuzeskirche endgültig gerettet: In den nächsten zwölf Monaten verwandelt sich das traditionsreiche, aber stark sanierungsbedürftige Gotteshaus in der nördlichen Innenstadt in einen vielfältigen Ort der Begegnung, des Glaubens und der Kultur, des Feierns, der Erinnerung und des Dialogs. Nachdem der Kreativunternehmer Reinhard Wiesemann als finanzstarker privater Investor allein 1,4 Millionen Euro beisteuert und das Land NRW Geld für die Außensanierung zugesagt hat, sollen die rund drei Millionen Euro teuren Arbeiten Mitte Januar beginnen. Fast zwei Jahrzehnte dauerte es bis zu diesem glücklichen Ende der Planungsphase.

Das Ziel ist ein multifunktionaler Veranstaltungsraum mit mobiler Bühne und Funktionsräumen und drei Nutzern. Die evangelische Gemeinde Altstadt will die Kirche u.a. als liturgischen Ort für Gottesdienste und für Amtshandlungen verwenden - das wird etwa 40 Prozent der verfügbaren Nutzungszeit ausmachen.

Bauunternehmer wird Eigentümer

Das Forum Kreuzeskirche, ein Bürgerverein mit über 200 Mitgliedern, ist ebenfalls mit rund 40 Prozent dabei. Konzerte mit der Essener Kantorei und dem Essener Barockorchester sowie Diskussionsforen, Vorträge und Ausstellungen zu Themen an den Schnittstellen von Religion, Kultur und Wissenschaft will das Forum beisteuern. Schließlich nutzt Wiesemann die verbleibenden 20 Prozent, für die - durchaus gewinnorientierte - Ausrichtung von Firmentreffen, Feiern, Konferenzen und Tagungen. Als weiteres Alleinstellungsmerkmal wird Wiesemann, der sich selbst „einen der Kirche und ihrer Arbeit sehr zugewandten Agnostiker“ nennt, in der Kreuzeskirche ein sogenanntes „Memorabilium“ errichten: Alle Bürger können eine Vitrine anmieten, um dort Stücke auszustellen, die an Verstorbene erinnern - etwa ein Lieblingsbuch oder die letzte Brille. Selbstverständlich lassen sich die Vitrinen abdunkeln, wenn die Kirche für andere Anlässe genutzt wird.

Am Ende, so teilten es die an der Planung Beteiligten mit, entsteht „ein neues Zentrum, dessen Impulse in die nördliche Innenstadt und die Stadt Essen ausstrahlen. Offizieller Eigentümer des Gebäudes wird der Bauunternehmer Rainer Alt, von dem alle drei Nutzer die Kreuzeskirche jeweils anmieten.

Für Oliver Scheytt, den Vorsitzenden des Forums Kreuzeskirche, und die Pfarrer Steffen Hunder und Thomas Nawrocik ist die Nachricht vom beginnenden Umbau schlicht „das schönste Weihnachtsgeschenk“.

„Holzbänke könnten sich auch gut in einer katholischen Kirche machen“

Ein ungewöhnliches Geschenk für Weihnachten? Reinhard Wiesemann, seit kurzem Mitbetreiber der Kreuzeskirche in der Innenstadt, hat 30 rustikale Kirchenbänke zu verschenken, für die nach der demnächst startenden Sanierung kein Platz mehr in dem historischen Gebäude ist. Die guten Stücke aus dunklem Nadelholz sind einen halben Meter tief, rund einen Meter hoch und - Achtung, hier könnte es problematisch werden - fünf Meter lang.

Wer jetzt denkt, „da stelle ich mir eine in den Garten“, der sollte wissen: Weil es kein Hartholz ist, ist das Kirchen-Mobiliar genau für diesen Zweck nicht geeignet. „Ich bin gespannt, wer sich die Bänke abholt. Ich hoffe natürlich, dass sie in Essen bleiben“, sagt Reinhard Wiesemann, der eine Idee im Kopf hat, von der er nicht weiß, ob sie Wirklichkeit wird. „Die Holzbänke aus der evangelischen Kirche könnten sich doch gut in einer katholischen Kirche machen.“ Wie auch immer, jeder kann sein Glück versuchen. Abgeholt werden können die Bänke allerdings erst in der zweiten Januarhälfte, für den Gabentisch sind sie also noch nicht verfügbar.

Interessierte wenden sich an das Bauunternehmen Alt unter Tel. 02054 97 08 70 oder per Email an alt@alt-bauunternehmen.de

 
 

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