Krebskranker Maksym (6) braucht Geld für Chemotherapie

Der kleine Maksym aus der Ukraine hat durch eine Krebserkrankung schon beide Augen verloren. Nun ist der Sechsjährige wieder erkrankt und die Familie benötigt Spenden, um die weitere Behandlung bezahlen zu können.
Der kleine Maksym aus der Ukraine hat durch eine Krebserkrankung schon beide Augen verloren. Nun ist der Sechsjährige wieder erkrankt und die Familie benötigt Spenden, um die weitere Behandlung bezahlen zu können.
Foto: WAZ
Der kleine Maksym (6) aus der Ukraine hat Krebs und schon beide Augen verloren. Für weitere Chemotherapien braucht der kleine Junge dringend Spenden.

Essen.. Maksym ist sechs Jahre alt, und genauso lange ist der kleine Junge aus der Ukraine schon Patient. Eine Krebserkrankung hat ihm das Augenlicht geraubt, nun bangen seine Eltern um sein Leben: Ohne Spenden können sie die notwendige Behandlung im Essener Uniklinikum nicht bezahlen. Olena Vats sieht man die stete Sorge um ihr Kind an, dann lächelt sie: „Maksym muntert uns auf, er singt, sagt, es geht weiter.“

Kollegen sammelten für die Therapie

Drei Monate alt war er, als die Eltern bemerkten, dass seine Augen seltsam leuchteten: „Seine Pupillen sahen weiß aus.“ Der Arzt stellte die falsche Diagnose, das Baby wurde nicht richtig behandelt. Die Familie lebt in einem Dorf im Westen der Ukraine, die medizinische Versorgung ist dürftig. Doch Peter Hennig von der Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V. sagt, Maksyms Krankheit sei auch hierzulande nicht jedem Arzt bekannt. Er hat ein Retinoblastom, einen bösartigen Tumor in der Netzhaut. Es tritt meist in frühestem Kindesalter auf, wenn sich die Patienten nicht äußern können. „Von allen an Krebs erkrankten Kinder haben nur zwei Prozent ein Retinoblastom. Es ist eine Nischenerkrankung, die viele Kinderärzte nie zu Gesicht bekommen“, sagt Hennig. Es gilt fast als Glücksfall, dass Maksyms zweiter Arzt die richtige Vermutung hat.

Um Gewissheit zu bekommen, reisen die Eltern mit dem Baby nach Essen: Die Kinder-Onkologie der Uniklinik ist seit langem auf das Krankheitsbild spezialisiert. „Kollegen meines Mannes haben für die Behandlung Geld gesammelt“, erzählt Olena Vats. Bei der Ankunft in Essen ist Maksym schon sechs Monate alt, der Krebs zu weit fortgeschritten: Nach drei Tage muss sein rechtes Auge entfernt werden.

Nun wird alles getan, um das linkes Auge zu retten: erst Bestrahlung in Essen, dann Kontrollen im Drei-Monats-Takt, nachdem die Familie wieder zu Hause ist. „In Deutschland zahlt die Krankenkasse die Therapie. Dort bringen die Familien große Opfer für ihre Kinder“, sagt Hennig. „Einige Eltern reisen im Bus zur Kontrolluntersuchung – 40 Stunden mit dem kranken Kind.“

Erneute Krebsdiagnose und ein monatelanger Kampf

Auch die Elterninitiative könne unmöglich die teuren Behandlungen der vielen auswärtigen Patienten stemmen; doch Olena Vats lebt kostenlos im Elternhaus nahe dem Klinikum. Und für Maksym bezahlte die Initiative die Prothese, die wichtig ist, damit die Augenhöhle nicht einfällt. Am 22. Juli 2011 steht fest, dass Maksym eine zweite Augenprothese benötigt: Da wird ihm auch sein linkes Auge entfernt. Vorausgegangen waren eine erneute Krebsdiagnose und ein monatelanger Kampf mit belastenden Chemotherapien und hoch dosierten Medikamenten.

Olena Vats erzählt tapfer von der Krankengeschichte ihres Sohnes, von seiner achtjährigen Schwester, die oft allein bei der Großmutter in der Ukraine blieb, von den Stiftungen, die sie um Geld bitten mussten. Nur als sie gefragt wird, ob ihr Sohn nun gefördert werde, um ihm das Leben mit der Blindheit zu erleichtern, bricht sie in Tränen aus. Maksym, der während des Gesprächs still auf ihrem Schoß sitzt, fragt bang auf Deutsch: „Was ist los, Mama?“

500 Kilometer bis zur nächsten Förderschule

Los ist, dass es in der ukrainischen Heimat nur 50 Euro Invalidenrente und keine weitere Hilfe für ihn gibt, dass die nächste Förderschule unüberwindbare 500 km entfernt ist. Dass Olena Vats Maksym mit in den Kindergarten nahm, in dem sie arbeitet, und er sich dort und zu Hause sicher bewegt hat, sogar radgefahren ist. „Und die gesamte Familie hat in diesem Jahr mit ihm Braille-Schrift erlernt, weil er eingeschult werden sollte.“ Maksym hat die Blindenschrift am besten gelernt – in die Schule kommt er trotzdem nicht. Denn seit April ist der kleine Junge wieder in Essen: Eine vermeintlich harmlose Schwellung im Gesicht, entpuppte sich als Rhabdomyosarkom, ein Tumor in den Weichteilen.

Maksyms kahler Kopf erzählt vom Behandlungsmarathon der vergangenen Monate, doch seine Hände spielen mit einer Kasperlepuppe. Der Tumor ist schon kleiner geworden, um ihn zu besiegen, muss Maksym weitere Chemotherapien erhalten. Leicht kann das 100.000 Euro kosten, aber Peter Hennig vertraut auf die Hilfsbereitschaft der Essener, die vor Jahren das Doppelte für Melisa aus Mazedonien spendeten: „Sie werden auch diesem Jungen helfen.“

Das Spendenkonto für Maksym

Wer Maksym helfen möchte, spendet bitte auf das Konto der Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V. mit dem Stichwort Maksym: Sparkasse Essen, IBAN: DE 06 3605 0105 0001 955 111, BIC: SPESDE3EXXX.

Im Jahr 1983 schlossen sich Eltern krebskranker Kinder zur Elterninitiative zusammen. Heute bietet die Selbsthilfegruppe in ihren Elternhäusern an der Kaulbachstraße 18 Zimmer: Dort wohnen Eltern während der Behandlung der Kinder ganz nah an der Uniklinik. Info: www.krebskranke-kinder-essen.de

 
 

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